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Politik würdigt Horst Milde „Auf Landesebene Maßstäbe gesetzt“

Horst Milde (rechts) am 8. November 2022 mit Partei-Kollegin Hanna Naber (links). Auch Naber würdigte den verstorbenen Politiker.

Horst Milde (rechts) am 8. November 2022 mit Partei-Kollegin Hanna Naber (links). Auch Naber würdigte den verstorbenen Politiker.

Thomas Husmann (Archiv)

Oldenburg/Hannover - Mit großer Bestürzung und Trauer haben die Politik in Niedersachsen die Nachricht vom Tod des früheren Landtagspräsidenten und Oberbürgermeisters der Städte Leer und Oldenburg, Horst Milde (SPD). aufgenommen. Mit ihm verliere Niedersachsen „eine herausragende Kraft der Kommunal- und Landespolitik sowie unserer repräsentativen Demokratie“, schrieb Niedersachsens Landtagspräsidentin Hanna Naber am Donnerstag. Noch im November des Vorjahres nahm Milde an der Amtseinführung der Oldenburger SPD-Politikerin in Hannover teil. Milde erlag am Mittwoch seinen schweren Verletzungen, die er sich bei einem Sturz während der Gartenarbeit auf seinem Grundstück in Eversten zugezogen hatte. Er wäre am 6. April 90 Jahre alt geworden.

Anregung für Denkmal

Über sieben Wahlperioden hinweg prägte Horst Milde die Arbeit des Landtages in ganz unterschiedlichen Funktionen, von 1990 bis 1998 als dessen Präsident. Naber: „Er setzte sich maßgeblich dafür ein, dass das Denkmal der Göttinger Sieben in unmittelbarer Nähe des Plenarsaals errichtet wurde – und uns Parlamentarierinnen und Parlamentarier damit stets in Erinnerung ruft, dass wir unsere freiheitliche Demokratie pflegen, schützen und mitunter wehrhaft verteidigen müssen.“ Auch im hohen Alter habe sich der Oldenburger dem Landtag tief verbunden gefühlt. „Bis zuletzt war der ehemalige Landtagspräsident auch für mich persönlich ein wichtiger und geschätzter Gesprächspartner“, so Naber weiter. „Das politische und menschliche Erbe Horst Mildes wird niemals in Vergessenheit geraten.“

Ist kurz vor seinem 90. Geburtstag gestorben: Horst Milde

NACH STURZ BEI GARTENARBEIT Ex-Landtagspräsident Horst Milde stirbt kurz vor 90. Geburtstag

Thomas Husmann
Oldenburg

Versöhnung im Sinn

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte, Milde habe auf Landesebene Maßstäbe gesetzt – insbesondere als Präsident des Landtages. Zudem stand der gebürtige Breslauer für ein wichtiges Kapitel niedersächsischer Landesgeschichte. „In seiner Kindheit erlebte er Flucht und Vertreibung und Niedersachsen als seine neue Heimat“, so Weil. „Diese Erfahrung hat ihn sein Leben lang geprägt.“ Seine politische Arbeit habe Milde daher stets dem Gedanken der Versöhnung und seiner neuen Heimat, dem Bezirk Weser-Ems, gewidmet. Nicht nur in Leer und Oldenburg habe er als Oberbürgermeister viel Gutes bewirkt. Weil: „Horst Milde hat jahrzehntelang in vielfältiger Weise seinen Beitrag dazu geleistet, dass der niedersächsische Nordwesten einen grundlegenden Strukturwandel erfolgreich vollzogen hat und heute eine besonders erfolgreiche Region in Deutschland ist.“ Niedersachsen schulde Horst Milde großen Dank für sein lebenslanges Engagement für die hier lebenden Menschen und das Gemeinwohl.

„Gradliniger Mitstreiter“

Niedersachsens SPD-Fraktionschef Grant Hendrik Tonne bezeichnete Milde als „herausragenden Sozialdemokraten“ und „prägende Persönlichkeit“. Mit ihm verliere die SPD „einen geschätzten Wegbegleiter und großen Politiker“. Der Oldenburger habe sich für die Stärkung und Achtung des Parlaments eingesetzt und für die Stadt Oldenburg „im höchsten Maße“ engagiert. Tonne: „Horst Milde war ein leidenschaftlicher Demokrat, gradliniger Mitstreiter und loyaler Freund.“

„Außerordentliches geleistet“

Auch die Universität Oldenburg trauert um ihren Ehrenbürger: „Wir verlieren mit Horst Milde einen besonderen Menschen und herausragenden Förderer, der sich bis zu seinem Tod durch eine tiefe Verbundenheit mit unserer Universität auszeichnete“, erklärte Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder am Donnerstag. Milde habe die noch junge Universität zu einer vorrangigen Priorität in der Politik der Stadt gemacht, als dies noch nicht populär gewesen sei. Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann hatte Milde am Vortag als „herausragende Persönlichkeit“ gewürdigt, „die Außerordentliches für die Stadt und die Politik geleistet“ habe. Horst Milde hinterlässt neben Ehefrau Brigitte zwei Kinder mit deren Familien.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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