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NWZonline.de Nachrichten Politik

Diskriminierung: Niemand will Ahmet einstellen

27.03.2014

Berlin Jugendliche mit türkischen Namen haben einer Studie zufolge weniger Chancen bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz – auch wenn sie die gleiche Qualifikation haben wie Jugendliche mit deutschen Namen. „Wir haben es in Deutschland mit einem ernsthaften Diskriminierungsproblem zu tun“, sagte Studienleiter Jan Schneider vom Forschungsbereich beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) am Mittwoch in Berlin.

Lukas Heumann gegen Ahmet Aydin

Die Forscher vom Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration haben für den Test an insgesamt 1794 Unternehmen, die die Berufe Kfz-Mechatroniker und Büro-Kaufmann ausbilden, jeweils zwei Bewerbungen geschickt.

Ein Bewerber hieß Lukas Heumann oder Tim Schultheiß, der andere Ahmet Aydin oder Hakan Yilmaz. Beide Bewerber waren gleich alt, ähnlich sozialisiert, deutsche Staatsbürger und hatten laut Testbewerbung überdurchschnittlich gute Noten in der Schule.

Die Einrichtung hatte gut 3500 Bewerbungen für Ausbildungsplätze verschickt. Jedes Unternehmen erhielt zwei fiktive Bewerbungen: Ein Jugendlicher hatte einen türkischen, der andere einen deutschen Namen. Obwohl beide Interessenten gleich gut qualifiziert waren, wurde der Bewerber mit deutschem Namen häufiger zum Vorstellungsgespräch eingeladen, die Jugendlichen mit türkischen Namen erhielten häufiger direkt eine Absage.

Auch ein Blick in die Ausbildungsstatistik zeigt: Nicht einmal 30 Prozent der Bewerber mit Migrationshintergrund konnten 2011 einen Ausbildungsplatz ergattern – unter den Bewerbern mit deutschem Namen waren es fast 50 Prozent.

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„Die neue Studie belegt: Menschen mit Migrationshintergrund werden auf dem deutschen Arbeitsmarkt nachweislich benachteiligt“, resümiert die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), Christine Lüders.

Die Autoren der Studie befürworten daher die anonyme Bewerbung. Sie sei ein sehr gutes Mittel gegen Benachteiligung, betont auch ADS-Leiterin Lüders. Bereits 2011 testeten acht Arbeitgeber, darunter Deutsche Post und Telekom, in einem Pilotprojekt der Antidiskriminierungsstelle diese Art von Bewerbung. Die Anschreiben und Lebensläufe enthielten keine Fotos oder Angaben wie Name, Alter, Geschlecht. Ob allein die anonyme Bewerbung der ungleichen Auswahl ein Ende setzt, ist jedoch fraglich.

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