• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Nitratbelastung In Der Region: Minister Lies macht Bauern klare Ansagen

21.10.2019
Frage: Herr Lies, am Dienstag protestieren Landwirte unter anderem in Oldenburg und Hannover gegen das Agrarpaket der Bundesregierung, es gefährde die deutsche Landwirtschaft, heißt es. Mutet die Politik den Landwirten zu viel zu?

Lies: Das glaube ich nicht. Klar ist, dass jetzt etwas passieren muss, denn die Probleme etwa mit nitratbelastetem Grundwasser sind nicht neu. Wir kennen die Problematik in den ausgewiesenen Gebieten seit 2009 und müssen sie nun ganz konsequent angehen, denn in den vergangenen Jahren ist trotz aller Bemühungen der Landwirte, die Nährstoffeinträge ins Grundwasser zu reduzieren, einfach zu wenig geschehen.

Frage: Die Landwirte argumentieren, eine Verschärfung der Düngeverordnung führe zu Unterdüngung und sei sogar kontraproduktiv.

Lies: Noch mal: In den vergangenen Jahren ist messbar zu wenig passiert. Und der Druck steigt: Der Handlungsbedarf besteht seit 2009 und zehn Jahre später ist die EU einfach nicht mehr bereit, diese Stagnation zu akzeptieren. Und ob am Ende tatsächlich zu wenig Nährstoffe bei der Pflanze ankommen, muss man sehr genau prüfen. Unsere Aufgabe jedenfalls ist es, dafür zu sorgen, dass wir keine weiteren Nitrateinträge ins Grundwasser haben.

Frage: Ein weiterer Kritikpunkt ist mangelnde Wertschätzung seitens der Politik. Haben Sie Vorbehalte gegenüber Landwirten?

LIES: Ganz im Gegenteil. Ich bringe unseren Landwirten eine hohe Wertschätzung entgegen. Es geht hier nicht um ein Gegen-, sondern um ein Miteinander. Die Landwirtschaft ist einer unserer stärksten Partner, um beim Grundwasserschutz voranzukommen. Nur leider sehen wir in den aktuellen Ergebnissen, dass die Anstrengungen der vergangenen Jahre nicht ausgereicht haben. Und wenn es nicht reicht und die Nitratbelastung nicht so zurückgeht, wie sie es müsste, dann haben wir gar keine andere Chance, als Maßnahmen zu ergreifen.

Frage: Das wird den Bauern vermutlich aber nicht gefallen, wenn die am morgigen Dienstag vor dem Landtag und Sie vor den Landwirten stehen.

Lies: Das stimmt, aber über zehn Jahre lang wurden Maßnahmen ergriffen, die wertvoll sind, die aber eben eindeutig nicht ausreichend gegriffen haben. Es ist wie so oft im Leben: Wenn man nicht konsequent am Ziel arbeitet, sondern glaubt, dass es so dramatisch wie befürchtet schon nicht werden wird, läuft man vor die Wand. Und genau vor dieser Wand – und da verstehe ich auch die Sorgen der Landwirte – stehen wir jetzt. Nun müssen wir es schaffen, die Landwirtschaft zu stabilisieren und gleichzeitig die Rahmenbedingungen etwa bei der Grundwasserqualität einzuhalten.

Frage: Haben Sie denn Verständnis für die Protestwelle?

Lies: Ich habe volles Verständnis, wenn Landwirte sich in ihrer ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Lage bedroht fühlen und ihre Sorgen und Ängste äußern. Wenn sich solche Proteste wie in den Niederlanden aber in gewalttätigen Ausschreitungen äußern, halte ich das für nicht akzeptabel. Auch wenn der Eindruck entsteht, dass sich Veränderungen nur über den Druck der Massen erzielen lassen, halte ich das für falsch.

Frage: Sondern? Wie lassen sich in diesem Konflikt Lösungen erzielen?

LIES: Antworten auf die konkreten Fragen, die einfach intensiver und schwieriger sind, als vor zehn Jahren, werden wir nicht auf einer Demonstration finden. Selbstverständlich müssen wir die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft ändern. Wenn wir der Landwirtschaft etwa beim Thema Insektenschutz und biologischer Vielfalt mehr abverlangen, müssen wir ihr dafür auch einen fairen finanziellen Rahmen bereitstellen.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
Rufen Sie mich an:
0511/1612315
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.