NORDENHAM - Der große Regen am Mittwoch hat die Schwachstellen des Kanalnetzes in der Innenstadt schonungslos aufgezeigt. „Es gibt einige Knackpunkte, die wir uns vornehmen müssen“, sagt Horst Wilkens. Er ist im Rathaus für die Stadtentwässerung zuständig und weiß, wo Handlungsbedarf besteht. Besonders an der Walther-Rathenau-Straße und an der Geroldstraße hält er einen Ausbau der Abwasserleitungen für erforderlich.

Die Stadtverwaltung will einen Generalentwässerungsplan erstellen, der die Prioritäten für die schrittweise abzuarbeitende Erneuerung des Kanalnetzes vorgibt. Dazu gehört auch eine Ermittlung der Kosten.

Laut Horst Wilkens sind einige Abwasserrohre in der Innenstadt schon über 100 Jahre alt. Der Großteil des Kanalnetzes ist nach seinen Angaben in den Jahren von 1940 bis 1970 errichtet worden. Viele Rohre haben einen Durchmesser von nur 40 Zentimetern. „Das reicht heutzutage nicht mehr“, sagt Horst Wilkens. Bei Neubaumaßnahmen wie unlängst in der Wilhelmstraße hat die Stadt Leitungen mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern verlegen lassen.

Dass größere Rohre erforderlich sind, begründet Horst Wilkens mit einem statistisch erwiesenen Wetterphänomen. Demnach prasselt heute bei starken Wolkenbrüchen deutlich mehr Regen in kurzer Zeit herunter als früher. Am Mittwoch waren es etwa 30 Liter pro Quadratmeter. Derartige Mengen haben sich früher auf einen längeren Zeitraum verteilt, so dass sie leichter vom Kanalnetz aufzunehmen waren.

„Auf solche extremen Regengüsse wie am Mittwoch ist unser Kanalnetz nicht ausgerichtet“, sagt Horst Wilkens. Die überlasteten Kanalrohe konnten das Wasser nicht schnell genug ableiten, so dass die Straßen überschwemmt wurden. „Man kann die Kanalisation nicht auf jedes denkbare Regenereignis auslegen“, ergänzt der Fachmann. Doch mit einer Beseitigung der bekannten Engpässe will die Stadt das Problem zumindest entschärfen.