• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Atommüll: Castor-Gegner bringen sich in Stellung

17.10.2020

Nordenham /Biblis /Sellafield In den kommenden Wochen soll wieder ein Castor-Transport mit sechs Behältern voll radioaktivem Abfall durch die Republik rollen, von der Küste durch Niedersachsen ins südhessische Biblis. Im Frühjahr war der Transport wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Weshalb kommt der Transport aus England??

Deutschland muss aufgrund internationaler Verpflichtungen seinen im Ausland wiederaufbereiteten Atommüll zurücknehmen. Noch heute lagern im französischen La Hague und im britischen Sellafield Castoren mit radioaktiven Abfällen aus deutschen Kraftwerken. Eigentlich sollte der Transport nach Biblis schon im Frühjahr stattfinden. Wegen der Corona-Krise wurde er verschoben. Im September gab das zuständige Bundesamt dann grünes Licht für das vierte Quartal 2020.

Welchen Weg soll der Transport nehmen?

Das ist nur so weit klar, bis die Castoren Großbritannien im Hafen Barrow-in-Furness verlassen haben. Über den weiteren Weg hüllen sich die mit dem Transport beauftragte Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) und Sicherheitsbehörden in Schweigen. Die Castoren sollen in einem deutschen Seehafen ankommen und auf Waggons verladen werden. Atomkraftgegner vermuten, dass der Umschlag im Hafen Nordenham (Kreis Wesermarsch) erfolgen wird. Auf der Schiene soll es dann ins hessische Biblis weitergehen.

Wie wird der Transport gesichert?

Da lassen sich die Sicherheitsbehörden nicht in die Karten schauen. „Aus taktischen Gründen“, wie es heißt. Zuständig sind die Polizeibehörden der betroffenen Bundesländer und die Bundespolizei, weil der Transport innerhalb Deutschlands ausschließlich über die Schiene läuft.

„Die Polizei Niedersachsen bereitet sich derzeit auf einen entsprechenden Einsatz im vierten Quartal 2020 vor“, teilt das niedersächsische Innenministerium mit. Auch in Hessen bereitet ein Stab der Polizei den Einsatz vor. Konkrete Zahlen könnten noch nicht genannt werden, heißt es aus dem Innenministerium.

Was sagt die Polizei dazu?

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und die Deutsche Polizeigewerkschaft (DpolG) fordern vor dem Hintergrund stark steigender Zahlen von Corona-Infektionen den geplanten Transport erneut abzusagen.

„Wenn nun von der Polizei erwartet wird, dass sie die Corona-Auflagen und den Gesundheitsschutz stärker durchsetzen soll, dann ist es aus unserer Sicht nicht vereinbar, dass Anfang November ein Nukleartransport von der Polizei quer durch Deutschland begleitet werden soll“, sagte GdP-Vize Jörg Radek. „Dafür gibt es keinen zwingenden Grund.“

Wann soll der Castor-Transport starten?

Dazu äußern sich weder die Transportfirma GNS noch die Sicherheitsbehörden. Die vom zuständigen Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung gegebene Transportgenehmigung ist bis zum Jahresende gültig. „Der Spiegel“ berichtete unlängst von der ersten Novemberwoche als Zeitfenster. Davon gehen auch Atomkraftgegner vom Arbeitskreis Wesermarsch aus. Genauer will es das Bündnis Castor-stoppen wissen. In einer Mitteilung schreibt es von einem Transport von Nordenham nach Biblis zwischen dem 1. und 4. November.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.