NORDENHAM/BLEXEN - Die Festungsinsel Langlütjen II ist jetzt zum Denkmal von nationaler Bedeutung erhoben worden. Auf Nachfrage der NWZ erklärte der Eigentümer der Insel, Jens Torsten Bausch, dass er seit dem Kauf im Jahre 2006 dafür gekämpft habe.

Eine Kommission des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) in Berlin berät jährlich darüber, welche Denkmale in den Stand von nationaler Bedeutung gehoben werden. Mit der Einstufung von Langlütjen II kann der Bremer Kaufmann bei der Sanierung nun mit Bundesmitteln rechnen. Ein rechtlicher Anspruch auf besondere oder gar dauerhafte finanzielle Förderung erwächst aus diesem Prädikat allerdings nicht.

Die in der Wesermündung liegende Insel war 1875 künstlich als Inselfestung zum Schutz der Bremer Häfen errichtet worden. Die Bau- und Wasserbaukunst des späten 19. Jahrhunderts, die geschichtliche Bedeutung im Norddeutschen Bund und späteren Kaiserreiches sowie die Errichtung eines der frühesten Konzentrationslager der Nationalsozialisten (September 1933 bis Januar 1934) waren nach den Worten von Bausch für die Beurteilung ausschlaggebend.

Die Sanierung der Inselfestung schreitet voran. Kurz vor dem Abschluss stehen die Restaurierungsarbeiten an der aus Sandsteinblöcken gebildeten Uferbefestigung. Die Insel ist jetzt weitestgehend vor dem Salzwasser geschützt. Nach der umfangreichen Restaurierung soll Langlütjen II der Öffentlichkeit als Kultur-, Denkmal- und Erholungsstätte zugänglich gemacht werden, wie Bausch betont. Dem Eigentümer schwebt die Gründung eines Vereins oder einer Stiftung vor, um das kulturelle Erbe langfristig zu erhalten. Auf jeden Fall sollen die Kasematten wieder hergerichtet werden, damit die Besucher untergebracht werden können.

Rund 2000 Kubikmeter Schutt sind laut Bausch aus dem Festungskern entfernt worden. Und auch der Wehrgraben, der total zugewachsen war, ist wieder zugänglich. Das äußere Mauerwerk wurde so weit wie möglich saniert. Um Arbeiter, Material und auch Betonmischer auf das Eiland befördern zu können, hat der Unternehmer jetzt sogar ein ehemaliges Landungsboot der Marine mit Frontklappe erworben.

Wie Bausch berichtet, müssen noch 130 Meter lange Buhnen zum Schutz des Bauwerks aufgefüllt werden. „Die Kosten für die Anträge zur Genehmigung der Arbeiten übersteigen die Summen für den Buhnenbau“, merkt der Kaufmann an, der konsequent an dem Projekt festhält.

Das Programm „Erhaltung von Kulturdenkmälern von nationaler Bedeutung“ wurde ins Leben gerufen, um die Erhaltung von Baudenkmälern, archäologischen Stätten und historischen Parks und Gärten zu unterstützen. Von 1950 bis 2007 konnten mit Mitteln dieses Programms 534 Kulturdenkmäler mit 278 Millionen Euro erhalten und restauriert werden. Für 2008 stehen neun Millionen Euro bereit.