NORDENHAM - Das Wochenende am 7. und 8. Februar nächsten Jahres hat Ina Korter in ihrem Kalender dick unterstrichen. Dann kommt der Landesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen in Winsen zusammen, um eine wichtige Personalentscheidung zu treffen, bei der Ina Korter eine tragende Rolle spielt. Die Landtagsabgeordnete aus Nordenham möchte Landesvorsitzende ihrer Partei werden.

Ihre Kandidatur hat die 53-jährige Lehrerin inzwischen offiziell beim Parteirat angemeldet. Da die Statuten des Grünen-Landesverbandes eine Führungsebene mit Doppelspitze vorsehen, müssen die rund 150 Delegierten in Winsen zwei gleichberechtigte Vorsitzende benennen. Für diese beiden Ämter liegen bislang drei Bewerbungen vor. „Aber ich gehe davon aus, dass es noch mehr werden“, meint Ina Korter.

Neben Ina Korter haben die Syker Ratsfrau Stefanie Henneke (29) und die amtierende Landesvorsitzende Dorothea Steiner (60) aus Osnabrück ihre Bewerbung eingereicht. Ausscheiden aus der Doppelspitze wird Raimund Nowak, der sich nicht noch einmal zur Wahl stellen will.

Bis vor wenigen Tagen sah der Postenplan der Grünen noch vor, dass Stefan Wenzel künftig im Gespann mit Dorothea Steiner das Führungsduo bilden soll. Doch überraschend hat sich Stefan Wenzel entschieden, auf den Landesvorsitz zu verzichten und lieber Chef der Grünen-Fraktion im Landrat zu bleiben. Dadurch ist das Personalkarussell wieder in Schwung gekommen, diesmal mit Ina Korter an Bord.

Fest steht bereits, dass eine Parteispitze aus Ina Korter und Dorothea Steiner nicht in Frage kommen kann. Denn bei den Grünen ist es nur einem Mitglied des Landesvorstands gestattet, neben dem Vorstandsamt eine Tätigkeit als Abgeordneter auszuüben. Während Ina Korter bereits ein Landtagsmandant hat und dieses auch nicht aufzugeben gedenkt, möchte Dorothea Steiner im September in den Bundestag einziehen.

Ina Korter weiß, dass ein brisantes Duell auf sie zukommt. Aber die Nordenhamerin, die seit mehr als 25 Jahren den Grünen angehört, bleibt gelassen: „Ich bin Kampfkandidaturen gewöhnt.“ Sie betrachtet ihre Bewerbung als ein „Angebot an die Partei“. Dabei lässt Ina Korter keinen Zweifel daran, dass sie sich für die richtige Kandidatin hält. „Ich wäre eine hervorragende Besetzung für das Amt“, sagt sie mit Blick auf ihre gut vierjährigen Erfahrungen als Landesvorstandsmitglied und ihre Kenntnisse als Landtagsabgeordnete. An dem Vorstandsposten reizt sie die Möglichkeit, „etwas zu gestalten und Programme zu entwickeln“. Sie betrachtet die Wahl am 7./8. Februar als ein offenes Rennen.