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Nordenhamerin Bei Mahnwachen Manchmal hört man die Hunde schreien

Jens Milde

Nordenham/Hamburg - „Manchmal hört man, wie die Beagle schreien“, sagt Martina Gerken. Als die Nordenhamerin zum ersten Mal diese Schreie gehört hat, war für sie klar, dass sie nicht mehr weggucken kann. Mehrmals in der Woche steht sie mit Gleichgesinnten vor der Tierversuchsanstalt im niedersächsischen Mienenbüttel bei Hamburg. Das Labor der Firma LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology) ist wegen des Verdachts der Tierquälerei und der Manipulation von Studien in die Schlagzeilen geraten. Der Verein Soko Tierschutz hatte dort einen Mitarbeiter eingeschleust. Die Videoaufnahmen die dabei entstanden sind, haben in ganz Deutschland für Entsetzen gesorgt.

Wie viele andere hat auch Martina Gerken vor etwa einem Monat eine Petition bekommen. Darin geht es um die Forderung, das Tierversuchslabor in Mienenbüttel zu schließen. Die 54-Jährige hatte vorher noch nie von diesem Labor gehört. Aber sie wurde hellhörig, weil es in unmittelbarer Nähe einer Route liegt, auf der sie als Pharma-Referentin fast täglich unterwegs ist. Vor drei Wochen nahm sie zum ersten Mal die Autobahnabfahrt Rade. Ganz in der Nähe liegt das Labor in einem Gewerbegebiet. Martina Gerken fuhr bei ihrem ersten Abstecher noch unschlüssig an der Tierversuchsanstalt vorbei. Beim zweiten Mal gesellte sie sich zu einer Handvoll Demonstranten, die sich dort zu einer Mahnwache versammelt hatten.

Immer größer geworden

„Damals standen dort vier Leute“, sagt Martina Gerken. „Aber von Tag zu Tag sind es mehr geworden“, erzählt die Nordenhamerin. Inzwischen sind dort bis zu 40 Menschen gleichzeitig, um gegen die Versuche an Hunden, Katzen und Affen zu demonstrieren. Rund um die Uhr sind Demonstranten vor Ort. „Aus dem Ort kommen Menschen, um sie mit Essen und heißem Tee zu versorgen“, berichtet Martina Gerken. Abends werden Kerzen angezündet. „Es ist eine ganz besondere Atmosphäre.“

Die Nordenhamerin hat selbst einen Hund und drei Katzen. „Ich habe ein Herz für Tiere. Aber mit einer Tierschutzorganisation hatte ich bisher noch nie etwas zu tun“, sagt sie. Sie will sich dafür einsetzen, dass das Labor in Mienenbüttel umgehend geschlossen wird. Inzwischen hat der NDR berichtet, dass der Betrieb Ende Februar eingestellt wird. Für Martina Gerken und ihre Mitstreiter ist das aber noch lange kein Grund, mit den Protesten aufzuhören. Die 54-Jährige will an diesem Samstag, 16. November, an einer Demonstration in Hamburg teilnehmen. Die Soko Tierschutz fordert dort die sofortige Schließung aller LPT-Labore.

Mehr Geld in Forschung

Für Martina Gerken geht es aber noch um mehr. Sie will sich dafür einsetzen, dass mehr Geld in die Forschung gesteckt wird mit dem Ziel, auf Tierversuche langfristig ganz verzichten zu können. Sie sei froh, für eine Firma zu arbeiten, die bei der Entwicklung von Medikamenten nicht auf Tierversuche setzt, sagt Martina Gerken. Als Pharma-Referentin habe sie sich natürlich diese Frage gestellt.

Mit Bus nach Hamburg

Zur Demonstration, die am Samstag, 16. November, in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs stattfindet, werden Tausende von Menschen aus ganz Deutschland erwartet. Martina Gerken hofft, dass auch Nordenhamer dabei sind. Sie hat einen Bus gechartet, der am Samstag um 10 Uhr vom Parkplatz des Störtebeker-Bades startet. Wer mitfahren möchte, ist mit zehn Euro dabei. Die Demo findet in der Zeit von 14 bis 18 Uhr statt. Die Tour kommt allerdings nur zustande, wenn genügend Leute mitfahren. Martina Gerken bittet um Anmeldungen unter t   0176/84290390.

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