Nordenham - Am Mittwoch sind sie erstmals im Rathaus zusammengekommen – die Mitglieder des neu gewählten Nordenhamer Jugendparlaments. 13 Schüler sind Ende Februar in die Interessenvertretung der Nordenhamer Kinder und Jugendlichen gewählt worden. Bei der konstituierenden Sitzung ging es darum, sich gegenseitig zu beschnuppern, die wichtigen Ansprechpartner bei der Verwaltung kennenzulernen und einen Vorstand zu bilden. Bei den Wahlen für die Besetzung der Führungsriege und der Ausschüsse im Stadtrat gab es bereits eine Überraschung. Während in früheren Jahren das Gymnasium immer besonders stark vertreten war, sind es diesmal die Oberschulen. Und noch etwas ist außergewöhnlich: Die neue Führungsriege besteht aus einem Mädchen-Trio.
Zur Vorsitzenden des Jugendparlaments wurde Emily Onken von der Oberschule Am Luisenhof gewählt. Ihre Stellvertreterin ist Lea-Sophie Martens von der Oberschule I. Der Posten der Schriftführerin ging an Vanessa Jatsch von der Oberschule Am Luisenhof.
Ideen einbringen
Als Beiräte im städtischen Jugend- und Bildungsausschuss wurden Paula Fuchs vom Gymnasium und Emily Onken gewählt. Im Sport-, Freizeit- und Bildungsausschuss der Stadt sind Jason Rettig von der Oberschule I und Vanessa Jatsch vertreten. Die Jugendlichen haben in diesen Ausschüssen zwar kein Stimmrecht. Aber sie dürfen und sollen mitreden und ihre Ideen einbringen.
In den nächsten Wochen geht es für die Jugendlichen zunächst einmal darum, Ideen für die künftige Arbeit zu entwickeln. Einige gibt es schon: So möchte sich die Vorsitzende Emily Onken zum Beispiel dafür einsetzen, dass in Nordenham mehr bezahlbare Wohnungen für Auszubildende geschaffen werden. Der Strand, der bei den Nordenhamer Jugendlichen einen hohen Stellenwert für die Freizeitgestaltung hat, steht auch beim neuen Jugendparlament ganz oben auf der Agenda.
Bürgermeister Carsten Seyfarth hieß die Jugendlichen im Rathaus willkommen. Und weil die Mitglieder im neu gewählten Jupa vergleichsweise jung sind, brachte er seine Hoffnung zum Ausdruck, dass einige von ihnen nach ihrer zweijährigen Amtszeit noch einmal antreten und dem Gremium länger erhalten bleiben. Bisher war oft so, dass für die Parlamentarier mit dem Ende ihrer Amtszeit auch die Schulzeit endet.
Geduld aufbringen
Auch Harald Golkowski, Leiter der städtischen Jugendarbeit, stellte sich den Gewählten vor. Er ist das Bindeglied zwischen dem Jugendparlament und der Stadtverwaltung. Und er wird das Jupa in den nächsten zwei Jahren begleiten. Harald Golkowski machte den Nachwuchs-Politikern deutlich, dass sie etwas erreichen können, dass es dafür manchmal aber auch Geduld brauche. Ein Beispiel dafür sei der Fitness-Parcours am Weserstrand, der durch die Initiative des Jugendparlaments entstanden ist. Es hat allerdings zweieinhalb Wahlperioden gedauert von der Idee bis zur Umsetzung. Harald Golkowski forderte die jungen Parlamentarier auf, sich davon nicht entmutigen zu lassen, sondern die Chance zu nutzen, die Zukunft der Stadt mitzugestalten.
Den Mitgliedern des alten Jugendparlaments, die zu der Sitzung eingeladen waren, bescheinigte Harald Golkowski, dass sie gute Arbeit geleistet haben. „Was ihr auf die Beine gestellt habt, ist bewundernswert“, sagte er. Als Beispiel nannte er das Engagement für den Partybus des Landkreises.
Das Kompliment gaben die Mitglieder des alten Jugendparlaments postwendend zurück. Merten Wittrock zum Beispiel sagte: „Das Jugendparlament ist keine Alibi-Veranstaltung. Wir sind mit offenen Armen empfangen worden, und unsere Anregungen sind stets ernst genommen worden.“
