NORDENHAM - Mit einem historischen Wahlsieg hat der 47-jährige Barack Obama eine neue Ära in den USA eingeleitet. Erstmals wird mit dem demokratischen Senator aus Illinois ein Schwarzer die Geschicke des mächtigen Landes lenken. Die amerikanischen Wähler bescherten Obama einen überwältigenden Sieg und damit ein Mandat für den von ihm versprochenen Politik-Wechsel.

Und wie ist der historische Sieg Obamas bei den Menschen in Nordenham angekommen? Die NWZ hat nachgefragt und wollte wissen, mit welchen Hoffnungen aber auch mit welchen Sorgen die Nordenhamer nach Amerika und auf seinen zukünftigen Präsidenten blicken.

Christian Schöckel, Leiter der Hauptschule Abbehausen und SPD-Fraktionschef im Stadtrat, ist begeistert über den Wahlsieg Obamas: „Das könnte eine neue Perspektive für die Weltpolitik bedeuten – und die ist nötig“, so der Lehrer. Schöckel hofft, dass der neue Präsident den Irak-Krieg überdenkt – und dass auch der soziale Gedanke in der amerikanischen Innenpolitik Einzug hält. Besonders hat ihn die hohe Wahlbeteiligung gefreut.

Der Reisebüro-Inhaber Rolf Ahlers gibt sich verhaltener, aber dennoch erfreut. Er habe mit einem Sieg Obamas gerechnet, so Ahlers. „Die Zeit war reif dafür.“ Ein wenig skeptisch steht Ahlers der Ankündigung Obamas gegenüber, die Europäer stärker bei Auslandseinsätzen in die Pflicht zu nehmen. „Die Rolle als Weltpolizist müssen die USA überdenken“, findet er.

Ina Korter, Grünen-Landtagsabgeordnete aus Nordenham, freut sich, dass ein Afro-Amerikaner Präsident wird. Sie wünscht sich eine neue Finanz- und Wirtschaftspolitik der USA und eine ausgewogene Friedenpolitik. Und dazu gehöre eben auch eine bessere Abstimmung mit den Europäern. „Schlechter als mit Bush kann es ja in der Außenpolitik nicht werden“, sagt Korter.

Ursula Wilkens, Leiterin der Personalabteilung der Stadt Nordenham, will abwarten, was die neue amerikanische Politik für Auswirkungen auf Europa hat. Sie hofft vor allem, dass die Wogen in Afghanistan geglättet werden. Obamas souveränes Auftreten gefalle ihr, sagt Wilkens. „Die Hautfarbe ist egal.“

Johann Harms, pensionierter Lehrer, der in den 60er-Jahren in Connecticut unterrichtete, fühlt sich an die Zeit erinnert, als John F. Kennedy zum Präsidenten gewählt wurde. Ein junger, dynamischer, eloquenter Mann wie Obama sollte die Chance bekommen, seine Versprechen einzulösen. „Es war ein günstiger Zeitpunkt für ihn“, so Harms, „Bush hat das Land heruntergewirtschaftet.“ Er hoffe sehr, dass nicht auch Obama Opfer eines Anschlages wird.

Dr. Claudia Nolte-Schwarting, Direktorin des Amtsgerichts, ist mit dem Wahlergebnis einverstanden. Barack Obama werde viel von seinen europäischen Partnern verlangen, da ist sich Nolte-Schwarting sicher. Und: „Er ist ein mutiger, erfolgreicher Mann – und sieht einfach unverschämt gut aus“, sagt Nolte-Schwarting und lacht.

WAS HALTEN SIE VON OBAMAS ERFOLG

BEI DEN PRÄSIDENTSCHAFTSWAHLEN?