NORDENHAM - Mit einem simulierten Unfall hat der Elternrat des Kindergartens an der Havantstraße im vergangenen Jahr ein Warnsignal gesetzt. Weil viele Eltern beim Bringen und Abholen ihrer Kinder das Halteverbot ignorieren, ist es im Bereich vor dem Kindergarten schon mehrfach zu Beinahe-Unfällen gekommen. Das Problem beschränkt sich aber keineswegs auf den Kindergarten in FAH, wie die Stadtverwaltung festgestellt hat. Immer wieder kommt es zu brenzligen Situationen vor den Kindergärten, weil Eltern auf die Straßenverkehrsordnung pfeifen, um längere Wege zu vermeiden und Zeit zu sparen. Um die Kinder nicht länger den Risiken auszusetzen, hat der Jugend- und Bildungsausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch grünes Licht für ein Maßnahmenpaket gegeben, mit dem die Gefahrenstellen entschärft werden sollen.
Lediglich Rainer Voskamp von der CDU sprach sich dagegen aus. „Warum soll die Stadt dafür aufkommen, wenn sich Eltern nicht an die Regeln halten“, argumentierte er. Verkehrsverstöße sollten seiner Ansicht nach mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden. Die Verwaltung hat allerdings die Erfahrung gemacht, dass weder gutes Zureden noch Geldstrafen fruchten. Außerdem sind die Kontrollmöglichkeiten bei gerade einmal anderthalb Politessenstellen begrenzt.
Das Maßnahmenpaket hat die Stadt im Einvernehmen mit der Polizei und dem Elternbeirat erarbeitet. Es sieht vor, dass die Havantstraße im Einmündungsbereich Hoher Weg mit einem Pfosten gesperrt wird – zunächst probeweise für ein halbes Jahr. Ähnliche Probleme wie in FAH gibt es auch vor dem Kindergarten Abbehausen. Hier ist der Bereich des beidseitigen Halteverbots auf der Enjebuhrer Straße bereits erweitert worden. Die Kindergartenleitung hat die Eltern darauf hingewiesen, den Markthamm zu nutzen.
Größere Veränderungen sind für den Kindergarten am Plaatweg angedacht. Die Verwaltung hält einen Ausbau des Wendehammers und eine Anlegung neuer Parkflächen im westlichen Abschnitt des Sportgeländes für möglich. In der St.-Willehad-Straße soll eine Einbahnregelung von Westen nach Osten eingeführt werden, um die Parksituationen vor dem Kindergarten zu entschärfen. Außerdem sollen beim Kindergarten Mitte die Pfosten auf der gepflasterten Fläche im Rondell Bremer Straße/Mindener Straße entfernt werden, damit Eltern ihr Fahrzeug dort kurzzeitig abstellen können.
