NORDENHAM/WINSEN - Ina Korter (54) hat es nicht geschafft. Bei der Landesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen in Winsen an der Luhe wurde Dorothea Steiner (60) aus Osnabrück am Sonnabend wieder zur Landeschefin ihrer Partei gewählt. 79 Delegierte stimmten für Dorothea Steiner, 61 votierten für die Umweltexpertin aus Nordenham.
Für die Doppelspitze hatten sich neben der amtierenden Landesvorsitzenden Dorothea Steiner, die das Amt seit 2007 innehat, und der Landtagsabgeordneten Ina Korter auch die Ratsfrau Stefanie Henneke (29) aus Syke beworben.
79 Stimmen für Henneke
In einem zweiten Wahlgang gegen ihre Mitkonkurrentin aus Syke unterlag Ina Korter gleichfalls. Auf Stefanie Henneke entfielen 79 Stimmen, während Ina Korter knapp 60 auf sich vereinigte. Raimund Nowak hatte aus beruflichen Gründen nicht mehr für das Amt des Landesvorsitzenden kandidiert und nach sechs Jahren den Weg für die weibliche Doppelspitze freigemacht.
„Mir war klar, dass meine Partei den Vorstand verjüngen wollte“, zog Ina Korter ein erstes Fazit nach dem zweiten Wahlgang. Ihr Abschneiden sei nicht blamabel und keineswegs als Niederlage zu werten, stellte sie fest. Die respektablen Ergebnisse von jeweils rund 60 Stimmen können sich ihrer Meinung nach sehen lassen. Ihr Mut, für das Amt der Landesvorsitzenden zu kandidieren, sei von vielen Grünen positiv aufgenommen worden. Man habe ihr Respekt gezollt, so Ina Korter weiter. Gern hätte sie den Landesvorsitz übernommen und das Amt im Sinne von Raimund Nowak fortgeführt, räumte die 54-Jährige ein. Wohlwissend, dass die Arbeit sehr aufreibend sei, habe sie dennoch mehr Verantwortung übernehmen wollen, statt sich auf die Mandatstätigkeit zu beschränken.
Seit 2003 im Landtag
Das Flügeldenken innerhalb der Grünen ist ihrer Meinung nach ausschlaggebend bei den beiden Wahlgängen. Beide Mitbewerberinnen hätten nicht von ungefähr jeweils 79 Stimmen erhalten. Sich selbst ordnete Ina Korter, die seit 2003 dem niedersächsischen Landtag angehört, keinem Flügel zu. Ihre umweltpolitische Kompetenz haben die Delegierten ihrer Meinung nach nicht ausreichend gewürdigt. Ina Korter will sich nun wieder auf ihre Mandatstätigkeit konzentrieren. Der schulpolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion ist auch die Frage der sozialen Gerechtigkeit des Bildungssystem wichtig.
Die Landeschefin der Grünen Dorothea Steiner kandidiert für den Deutschen Bundestag. Ob sie bei einer Wahl den Landesvorsitz beibehält, ist offen. Eine Verknüpfung der beiden Aufgaben hält Ina Korter „für schwierig“. Eine optimale Lösung der Parteiarbeit sehe anders aus.
