Nossentiner Hütte - Nach dem Absturz der beiden Eurofighter-Kampfflugzeuge bei Nossentiner Hütte (Mecklenburgische Seenplatte) hat die Bundeswehr ihre Aufräum- und Sucharbeiten fortgesetzt. Bei bis zu 36 Grad Hitze suchten am Mittwoch bis zu 40 Soldaten nebeneinander Felder und Brachflächen ab. Andere Soldaten gingen von Haus zu Haus, um private Grundstücke unter die Lupe zu nehmen.

Ziel sei es, das etwa 12 Quadratkilometer große Sperrgebiet genauestens nach Trümmerteilen der beiden Eurofighter abzusuchen, wie ein Sprecher der Luftwaffe sagte. Das sei nötig, um den Vorfall möglichst genau zu rekonstruieren.

Die beiden Maschinen des Geschwaders 73 „Steinhoff“ aus Laage bei Rostock waren am Montag bei einer Luftkampfübung zusammengestoßen und abgestürzt. Eine dritte Maschine blieb unversehrt. Ein 27-jähriger Pilot aus Mecklenburg-Vorpommern starb, der zweite – ein erfahrener Ausbilder – konnte sich mit dem Fallschirm retten und inzwischen das Krankenhaus wieder verlassen.

„Wir sind tief betroffen“, sagte der Kommodore des Geschwaders, Gero von Fritschen, der am Mittwoch die Unfallstelle besuchte. Die Stimmung unter den rund 1000 militärischen und zivilen Mitarbeitern, darunter 40 Piloten, sei getrübt. Man habe einen Kameraden verloren. Der Oberst kündigte aber an, dass trotz der Trauer voraussichtlich in der nächsten Woche die Übungsflüge wieder starten sollen.

In Nossentiner Hütte seien die Menschen traumatisiert, da das Unglück weit schlimmere Folgen hätte haben können und inzwischen noch mehr Wege gesperrt worden seien, sagte Bürgermeisterin Birgit Kurth. Eine der Maschinen war am Ortsrand abgestürzt und verfehlte einen viergeschossigen Plattenbau und den Kindergarten nur knapp. Teile der Maschine wurden im ganzen Ort gefunden, darunter an der Kita neben dem Neubaublock und auf dem Sportplatz.