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NWZonline.de Nachrichten Politik

Konjunkturflaute zeigt Spuren

30.08.2019

Nürnberg Die sich abschwächende Konjunktur in Deutschland hinterlässt erste sichtbare Spuren auf dem Arbeitsmarkt: Im August stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Juli um 44 000 auf 2,319 Millionen Menschen, gab die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag bekannt. Zu dem saisonal üblichen Anstieg kamen in diesem Jahr auch konjunkturelle Effekte hinzu: Saisonbereinigt errechnete die Bundesagentur einen Anstieg um 4000.

„Die konjunkturelle Schwächephase hinterlässt auch am Arbeitsmarkt leichte Spuren, insgesamt zeigt er sich aber robust“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele. Panik wollte Deutschlands oberster Arbeitsmarktexperte nicht verbreiten: Im August waren noch immer 31 000 Menschen weniger arbeitslos als im August 2018. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent und lag damit um 0,1 Punkte unter Vorjahresniveau. Das Beschäftigungswachstum halte an, verliere aber etwas an Schwung.

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bewege sich auf hohem Niveau, gebe aber weiter nach, teilte die BA mit. Im August waren 795 000 Arbeitsstellen gemeldet, 33 000 weniger als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der gemeldeten Arbeitsstellen um 8000 Stellen verringert.

Scheele musste einräumen, dass der Ausblick für die nähere Zukunft nicht besonders rosig aussieht. Die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit steige, bekannte er etwa. Im August registrierten die Statistiker zunächst nur einen leichten Anstieg: 45  000 Kurzarbeiter im Vergleich zu 42 000 im Juli. „Wir sehen an dem Frühindikator Kurzarbeit zurzeit nicht, dass es ganz schwer wird“, sagte Scheele.

Auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil gab sich angesichts des Konjunkturtales entspannt: Der Arbeitsmarkt sei robust, sagte er in Berlin. „Wir haben die Schutzschirme und Schutzwesten, um Deutschlands Beschäftigte beispielsweise mit dem Kurzarbeitergeld zu schützen und mit zukunftsorientierter Weiterbildung zu fördern“, betonte der Minister.

Die Unterbeschäftigung, die im Gegensatz zur Arbeitslosigkeit auch Menschen erfasst, die derzeit beispielsweise an einer Weiterbildung teilnehmen, nahm leicht um 3000 zu auf 3,203 Millionen Personen. Im Vorjahresvergleich ging die Zahl um 29 000 zurück.

Die Zahl der Erwerbstätigen ist weiter gestiegen und lag nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes im Juli bei 45,29 Millionen – das waren 14 000 mehr als im Vormonat, im Vergleich zum Vorjahr waren es 374 000 Erwerbstätige mehr. Das Plus beruht laut BA weitgehend auf einer höheren Zahl sozialversicherungspflichtig beschäftigter Arbeitnehmer. Insgesamt hatten laut Hochrechnung der BA im Mai 33,39 Millionen Menschen einen regulären Job. Saisonbereinigt war das von Mai auf Juni ein Plus von 11 000.

Zu Beginn des Ausbildungsjahres 2019/2020 zeigt sich bei den Lehrstellen ein Überhang: 556 000 gemeldeten Ausbildungsplätzen stehen 497 000 Bewerber gegenüber. Im August waren noch 157 000 Stellen unbesetzt und auf der anderen Seite 134 000 junge Leute auf der Suche. Vor allem die Lehrmeister in Handwerksberufen wie Bäcker, Heizungsbauer, Fleischer, in der Gastronomie und auf dem Bau suchen noch Leute. Zu wenige Lehrstellen gibt es dagegen vor allem in Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

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