• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Arbeitslosigkeit historisch niedrig

02.03.2019

Nürnberg Trotz schwächelnder Konjunktur ist die Zahl der Arbeitslosen im Februar stärker gesunken als in den Vorjahren. Mit 2,373 Millionen Menschen ohne Job rutschte die Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte. Das sind 33 000 Jobsucher weniger als im Januar und 173 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote hielt sich bei 5,3 Prozent.

Blickt man auf die vergangenen drei Jahre, ist die Februar-Arbeitslosenzahl im Schnitt um 16 000 gesunken. Im Jahr 2014 ging sie das letzte Mal nach oben – damals um 2000. Eine klare Erklärung für die bessere Entwicklung in diesem Jahr gibt es laut BA-Chef Detlef Scheele nicht. „Da kommt relativ viel zusammen“, sagte er. „Es liegt an der Witterung, der guten Lage am Arbeitsmarkt – wir sind auch schon gut ins Jahr gestartet.“ Und auch für die kommenden Monate zeigte sich der BA-Chef zuversichtlich.

Nicht ganz so rosig sieht die Lage am Arbeitsmarkt aus, wenn man die Menschen in Unterbeschäftigung hinzuzählt. Rechnet man jene Jobsucher mit ein, die derzeit Aus- und Fortbildungen oder Förderkurse absolvieren, gab es im Februar mit 3,314 Millionen rund 941 000 Arbeitslose mehr. Saisonbereinigt ist aber auch diese Zahl rückläufig – sie ging um 199 000 im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Gleichzeitig waren bei der Bundesagentur etwa 784 000 offene Stellen gemeldet – mit 20 000 mehr als im Vorjahr ein neues Februar-Hoch. Die Zahl der zu besetzenden Jobs nannte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ein Alarmsignal für Deutschland als Wirtschaftsstandort. „Der Fachkräftemangel entwickelt sich zu einer Wachstumsbremse“, erklärte Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter.

Scheele hielt dagegen: „Wir haben Branchen, in denen ist die Frage des Arbeitskräftezugangs sehr schwierig“, räumte er zwar ein. Als Wachstumsbremse wollte er die fehlenden Fachkräfte aber nicht bezeichnen. Auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sieht kein flächendeckendes Phänomen.

In manchen Regionen und in manchen Berufen werde es eng, so IAB-Forscher Enzo Weber. Künftig werde es aber mehr denn je nicht nur auf die Quantität, sondern auf die Qualität der Arbeitskräfte ankommen. Denn der demografische Wandel werde das Arbeitskräftepotenzial im Land ab den 2020er Jahren deutlich mindern, ist sich der Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“ sicher. Wichtig sei es, sich darauf etwa mit Investitionen in Weiterbildung vorzubereiten und Männer und Frauen für die künftigen Herausforderungen am Arbeitsplatz fit zu machen.

Scheele betonte, dass es beim Kampf gegen Fachkräftemangel keinen Königsweg gebe. Es sei wichtig, beim Übergang von Schule zu Beruf niemanden zu verlieren und etwa auch Frauen aus der Teilzeit in die Vollzeit zu bringen, damit das inländische Erwerbspersonenpotenzial besser genutzt werde. Gleichzeitig sei es auch wichtig, Fachkräfte aus dem Ausland nach Deutschland zu holen.

Einer Studie des Basler Prognos-Instituts zufolge wird sich der Arbeitskräftemangel in Deutschland bis 2025 drastisch verschärfen. Bis Mitte des kommenden Jahrzehnts werden demnach 2,9 Millionen Fachkräfte fehlen, schätzen die Schweizer Gutachter.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.