Washington - Mit einem dramatischen Showdown im Kongress haben die USA gerade noch rechtzeitig die Fiskalklippe umschifft und die Weltfinanzmärkte beruhigt. Doch Präsident Barack Obama gewinnt mit dem Kompromiss im US-Haushaltsstreit nur eine Atempause. Denn zugleich bereiteten die Politiker in Washington die Bühne für einen erbitterten Streit über die Staatsschulden.

Nach dem Senat stimmte in der Nacht zu Mittwoch auch das Repräsentantenhaus dem Kompromiss zwischen Demokraten und Republikanern zu, der automatische Steuererhöhungen für Millionen Amerikaner stoppt.

Nun muss allerdings innerhalb weniger Monate eine Einigung über massive Ausgabenkürzungen gefunden werden. Dabei zeichnet sich schon jetzt ein neues heftiges Tauziehen um den im Frühjahr fälligen Sparplan ab. Wie US-Finanzminister Timothy Geithner bekanntgab, haben die USA zum Jahresende ihre Schuldenobergrenze von 16,4 Billionen Dollar erreicht. Damit beginnen laut Geithner nun Haushaltsumschichtungen, damit das Land zumindest zwei Monate lang zahlungsfähig bleibt. Das bedeutet, dass der Kongress die Schuldengrenze spätestens Ende Februar oder Anfang März erhöhen muss – genau dann, wenn das jetzt erst einmal vertagte Sparprogramm zum Defizitabbau neu festgezurrt werden soll.