Großenkneten - Mit Städte- oder Gemeindepartnerschaften ist das so eine Sache. Manche bestehen fast nur auf dem Papier. Andere haben sich zu regelrechten Freundschaften über Grenzen hinweg entwickelt. Ein positives Beispiel für gelebte Partnerschaft zeigt die Gemeinde Großenkneten. Zum Neujahrsempfang am Dienstag (NWZ  berichtete) konnte Bürgermeister Thorsten Schmidtke gleich zwei ausländische Delegationen begrüßen – aus dem polnischen Suprasl und aus Evergem (Belgien).

Joeri De Maertelaere, seit kurzem Bürgermeister in Evergem, nannte die seit 40 Jahren bestehende Partnerschaft „gelebte Völkerverständigung“. „Wir sind Brüder und Schwestern. Wir setzen ein Zeichen für Europa“, sagte er auf deutsch beim Neujahrsempfang. Er wünscht sich, dass am 25. Mai möglichst viele Menschen zur Europa-Wahl gehen. Der belgische Bürgermeister betonte, dass man 2014 „auch wieder zusammen am europäischen Haus“ arbeiten werde. Viele gegenseitige Besuche seien geplant.

Noch weiter als Evergem liegt Suprasl von Großenkneten entfernt. Für die Kurzvisite hatte sich die polnische Delegation auf die 1300 Kilometer lange Reise gemacht, berichtete Schmidtke. Und Suprasls Bürgemeister Dr. Radoslaw Dobrowolski betonte ebenfalls die Verbundenheit. Auch wenn die Partnerschaft erst seit 13 Jahren bestehe. Erst im vergangenen September sei eine Delegation aus Großenkneten in Polen gewesen. Außerdem lobte er den regen Austausch von Jugendgruppen, den es auch in diesem Jahr wieder geben soll.

Bei aller Verbundenheit gäbe es bisweilen aber auch eine Rivalität, so Evergems Bürgermeister De Maertelaere. Er freue sich schon auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien, wo Belgien Deutschland durch ein Tor des Ex-Bremers Kevin de Bruyne besiegen werde. „Aber das wird unser gutes Verhältnis nicht schmälern“, lächelte der Bürgermeister.