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NWZonline.de Nachrichten Politik

Nwz-Interview Mit Cem Özdemir: „Erwarte starkes Signal einer wehrhaften Demokratie“

23.07.2020
Frage: Auftakt des Prozesses gegen Stephan B., den Attentäter von Halle. Warum beobachten Sie das Strafverfahren im Gerichtssaal?

Özdemir : Es geht mir um Solidarität mit den Opfern und deren Angehörigen. Natürlich interessiere ich mich auch dafür, wie der Attentäter sich so radikalisieren und zum Mörder werden konnte. Aber im Zentrum stehen für mich die Opfer und Nebenkläger. Mit einigen konnte ich mich am Rande des Prozessauftaktes bereits austauschen.

Frage: Was erwarten Sie von dem Strafprozess?

Özdemir : Hintergründe über die Radikalisierung des Täters, Gerechtigkeit für die Opfer und das starke Signal einer wehrhaften Demokratie in Deutschland, die Antisemiten und Rassisten verurteilt.

Frage: Der Angeklagte zeigt weder Einsicht noch Reue, bekennt sich zu den Morden und dem Anschlag auf die jüdische Synagoge in Halle im Oktober 2019. Er gilt als Einzeltäter, der sich selbst radikalisiert haben soll. Halten Sie das für plausibel?

Özdemir: Jedenfalls kam er nicht mit all seinem Hass und seinen kruden Verschwörungsfantasien auf die Welt. Über diesen Radikalisierungsprozess müssen wir dringend mehr wissen. Schließlich sind da draußen wahrscheinlich noch einige Fanatiker vor ihren Computern im Internet und berauschen sich an Gewaltfantasien, ihrem Frauenhass und dem extremen Rassismus. Sicher, geschossen und getötet hat er allein, aber den gesellschaftlichen Nährboden für Antisemitismus und Rassismus hat auch die AfD als quasi parlamentarischer Arm des Hasses und Fanatismus mit bereitet.

Frage: Sie fordern im Kampf gegen Hass und Gewalt einen „Mechanismus des Hinschauens“. Wie sollte der genau aussehen?

Özdemir: Er hatte ja Eltern, ging in die Kita, besuchte Schulen. Was ist da aufgefallen? Wo hätte man eingreifen können und müssen? Darüber müssen wir mehr wissen.

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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