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NWZonline.de Nachrichten Politik

Nwz-Kolumne Zum Cdu-Vorsitz: Lasst den Söder ran!

19.02.2020

Die Gespräche laufen, die CDU hat die Qual der Wahl. Bisher gilt der Grundsatz: Es wird ein neuer CDU-Vorsitzender gesucht, der dann auch gemeinsamer Kanzlerkandidat von CDU und CSU werden soll. Diese Vorgabe ist zu eng.

Das eigentliche Rennen läuft zwischen Friedrich Merz und Armin Laschet; Jens Spahn hat nur Außenseiterchancen. Wenn das Kriterium ist, jemanden zu finden, der sowohl die Partei eint, als auch für einen Wahlsieg sorgt, sind beide nicht die beste Wahl.

Merz am wenigsten. Als Kanzlerkandidat der Union wäre er das Wiederbelebungsprogramm schlechthin für die SPD.

Es ist unwahrscheinlich, dass Merz im Gegenzug Stimmen von der AfD zurückholen kann. Die hat viele frühere Nichtwähler gewonnen, die von der etablierten Politik enttäuscht sind. Für sie ist ein neoliberaler Politiker und Mann des großen Geldes nicht besonders attraktiv. Mit Merz hieße das wahrscheinliche Wahlergebnis: Grün-Rot-Rot.

Armin Laschet hat anders als Merz Regierungserfahrung und könnte die Partei besser zusammenführen. Aber er wäre in den Augen der Wähler so etwas wie Merkel auf rheinisch. Ein anderer Dialekt, keine andere Politik. Das war ja schon Kramp-Karrenbauers Hauptproblem. Laschet wäre ein guter Vorsitzender. Aber kein mobilisierender Kanzlerkandidat.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder leugnet bislang zwar eigene Ambitionen, doch bringt er für einen Wahlkampf so ziemlich alles mit, was Merz-, Laschet- und Spahn-Anhänger eint. Er ist jung, wendig, smart, erfolgreich und stellt in Stil und Inhalt ein klares Kontrastprogramm zu Merkel dar.

Er wäre endlich mal ein Kandidat aus Bayern, den man mutmaßlich auch im hohen Norden wählen könnte. Er ist nur nicht CDU-Mitglied, kann somit also nicht ihr Parteivorsitzender werden. Wenn sie bei dieser Bewerberlage ihr Bauchgefühl und die objektive Chancen zusammenbringen will, muss die CDU sich deshalb jetzt von dem Dogma lösen, dass nur ihr eigener Chef ums Kanzleramt kämpfen darf.

Nicht zu vergessen: Auch ein CSU-Vorsitzender leitet eine Partei der Unionsfamilie. Die CDU sollte die Themen nacheinander lösen, so wie Markus Söder es schon gefordert hat. Erst den Vorsitz der Partei. Dann die gemeinsame Kanzlerkandidatur der Union. Sonst ist das Spielfeld zu klein.

Werner Kolhoff über die Merkel-Nachfolge und den CDU-Vorsitz


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