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Öffentliche Debatte

14.04.2020

Corona wirkt mitunter tödlich und vermag sogar die Gesundheitssysteme reicher Länder zu überlasten. Deshalb war es richtig, das öffentliche Leben massiv runterzufahren. Klar ist aber auch, dass der aktuelle Zustand nicht unbegrenzt fortgesetzt werden kann. Er bedeutet massive Freiheitseinschränkungen. Er führt zu gesundheitlichen Belastungen, weil Therapien und Operationen abgebrochen oder verschoben werden müssen. Und er ist geeignet, Staat und Gesellschaft ökonomisch zu überlasten. So gerät mittelbar auch die Finanzierung medizinisch optimaler Versorgung unter Druck.

Daher fordern der Deutsche Ethikrat und Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery eine öffentliche Debatte über Öffnungsszenarien. Damit haben sie recht. Eine öffentliche Debatte über differenzierte Öffnungsperspektiven bietet die Chance, den praktisch relevanten Kenntnisstand über Corona transparent zu machen. Denn jeden Tag lernt die Wissenschaft mehr über das Virus. Wenn es um unser Leben und unsere Freiheit geht, haben wir als Bürger einen Anspruch darauf, die Fakten zu kennen.

Eine öffentliche Debatte wird zahlreiche praktische Vorschläge hervorbringen, wie Teile des öffentlichen Lebens medizinisch verantwortbar ein Stück weit geöffnet werden können. Denn sie mobilisiert das in der Gesellschaft verstreute Wissen über Medizin, Technik und Hygiene und die Kreativität, dieses Wissen im Alltag praktisch nutzbar zu machen.

Zuletzt ist eine solche Debatte eine Perspektive der Hoffnung, die vielen Menschen die Kraft zum Durchhalten geben wird. Das sollte keine demokratische Regierung ihren Bürgerinnen und Bürgern verweigern.

Marco Buschmann(42) ist Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion.

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