Der neue baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger überraschte mit der Kabinettsumbildung politische Gegner wie Freunde. So blieb der Opposition kaum anderes übrig, als mit beißendem Sarkasmus auf die Postenverteilung zu reagieren: Oettinger habe „aus machtpolitischen Gründen Günstlinge belohnt“, erklärte SPD-Landtagsfraktionschef Drexler. Dass der CDU-Regierungschef den Zeitpunkt für eine Verkleinerung des Kabinetts verpasste, blieb unerwähnt.
Oettinger bemüht sich vor allem, rein optisch die Ära Teufel zu beenden. Das zeigen die Berufung der 35-jährigen Tanja Gönner zur Umweltministerin wie der Wechsel des Singener Oberbürgermeisters Andreas Renner ins Kabinett. Der künftige Arbeits- und Sozialminister ist zum dritten Mal verheiratet und verkörpert ein anderes Familienbild als der Patriarch Teufel.
Seine innerparteiliche Herausfordererin Annette Schavan beließ Oettinger im Amt. Noch. Doch die Drohung des 51-Jährigen, nach der Wahl im März 2006 das Kabinett erneut umzubilden, dürfte nicht ungehört verhallen.
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