OFEN - Gut zwei Wochen vor dem geplanten Start der Asylbewerber-Unterkunft auf dem Fliegerhorst hofft die Initiative „Bürger für Ofen“ weiter, das Vorhaben aufhalten zu können. In einem offenen Brief hat die Bürgerinitiative an SPD und Grüne im Oldenburger Stadtrat appelliert, die „politische Mehrheit zu nutzen und die Inbetriebnahme des Asylbewerberheims zu verhindern“.
Wie berichtet, muss Oldenburg noch in diesem Jahr weitere 120 Flüchtlinge aufnehmen. Das Land wird die Asylbewerber ab November nach und nach der Stadt zuweisen. Die umstrittene Asylbewerberunterkunft an der Grenze zu Ofen wird daher mehr als zwei Monate früher als geplant ihren Betrieb aufnehmen. Wie und mit welchem Personal, will die Verwaltung in der Sondersitzung des Sozialausschusses am Dienstag, 25. Oktober, mitteilen.
Die Bürgerinitiative kritisiert die Vorgehensweise der Stadt. Die Unterbringung der Flüchtlinge auf dem Fliegerhorst sei kein Integrationsangebot, sondern „vielmehr Abschiebung an die äußerste Peripherie Oldenburger Stadtgebiets und eine Duplizierung ,Blankenburger Verhältnisse‘“.
Unterstützung erhalten die Ofener vom Flüchtlingsrat Niedersachsen. Das Gremium fordert eine Unterbringung der Asylbewerber in privaten Wohnungen. „Isolierte Massenunterkünfte“ seien zu vermeiden. Die Stadt Oldenburg habe es versäumt, die Frage des Wohnraums für Flüchtlinge frühzeitig anzugehen.
Aber auch das Ammerland wird vom Flüchtlingsrat kritisiert. Dessen Vorsitzender Norbert Grehl-Schmitt hat Landrat Jörg Bensberg in einer Pressemitteilung aufgefordert „unbürokratisch Solidarität zu zeigen und vorübergehend Wohnungen bereit zu stellen, statt kleinlich darauf zu bestehen, dass die Asylsuchenden nicht die Gemeindegrenzen überschreiten“.
Derartige Kritik weist der Landrat ebenso zurück wie die Forderung an sich: „Seit mehr als 20 Jahren arbeiten wir ordentlich und sauber. Der Flüchtlingsrat hatte nie etwas auszusetzen. Es ist aber nicht unsere Aufgabe, die Versäumnisse der Stadt Oldenburg auszugleichen.“ Vielmehr erwarte der Landkreis von der Stadt Oldenburg „nicht mehr, als dass sie ihre Aufgabe auf ihrem Gebiet erledigt“.
