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NWZonline.de Nachrichten Politik

Offen für Probleme der Soldatenfrauen

24.12.2008

LAHNSTEIN Weihnachten hatte Martina P. sich anders vorgestellt. Statt mit ihren beiden kleinen Kindern und ihrem Mann vor dem heimischen Christbaum zu sitzen, muss sie die Festtage ohne ihren Lebenspartner verbringen. Dieser wurde zu einem viermonatigen Bundeswehreinsatz nach Afghanistan abkommandiert. Sie hat Angst, dass ihrem Mann etwas zustoßen könnte, und fühlt sich mit ihrem Problem allein gelassen. Hilfe verspricht sie sich vom Familienbetreuungszentrum der Bundeswehr in Lahnstein.

„Unsere Aufgabe ist es, für die Probleme der Familienangehörigen der Soldaten im Einsatz immer ein offenes Ohr zu haben“, sagt Andreas Beyer, der Leiter der Einrichtung. Die Probleme können dabei sehr unterschiedlich sein. Sie reichen von ernsthaften Beziehungskonflikten bis hin zu den eher kleinen Widrigkeiten im Alltag, mit denen die Partner jetzt alleine zu Recht kommen müssen.

„Oft liegen die Probleme aber tiefer“, sagt Johann Frei, der als Sozialarbeiter im Betreuungszentrum tätig ist. Erst kürzlich hat sich ein Soldat aus einem Einsatzgebiet per SMS bei seiner Frau gemeldet und ihr mitgeteilt, dass er sich wegen einer Geliebten scheiden lassen will. „Die Frau stand in Tränen aufgelöst hier bei uns“, erinnert sich Frei. „Alle Hebel wurden in Bewegung gesetzt, damit der Kontakt nicht ganz abbricht.“ Heute finden vom Betreuungszentrum aus wieder regelmäßige Telefongespräche zwischen den ehemaligen Partnern statt.

„Gerade die Frauen der Zeitsoldaten befinden sich in einer besonderen Situation“, sagt Beyer. Eine Versetzung in eine andere Kaserne bedeutet für die Familie eines Zeitsoldaten in der Regel Umzug in eine andere Stadt. Dort angekommen ist es oft schwierig, neue Freundschaften zu finden. Wenn dann der Lebenspartner zu einem Auslandseinsatz muss, fühlen sich die Frauen schnell alleingelassen.

Gerade in der Weihnachtszeit laufen im Betreuungszentrum die Telefone heiß. „Das große Thema ist die Einsamkeit“, sagt Frei. Oft wollen sich die Frauen auch nur erkundigen, wie es ihren Männern geht. Wenn dann im Radio eine Meldung über einen Zwischenfall in den Einsatzgebieten kommt, stehen die Telefone nicht mehr still. „Über Weihnachten bleibt bei mir das Radio aus“, sagt deshalb Martina P. Ihren siebenjährigen Sohn hat sie vorsichtig auf den Einsatz des Vaters in Afghanistan vorbereitet.

Anfang März kehrt ihr Mann aus dem Auslandseinsatz zurück. „Dann machen wir eine Party und holen Weihnachten nach.“

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