Bookholzberg/Ganderkesee - „Wir wollten einmal Dankeschön sagen“, erklärt Vanessa Wolf, Flüchtlingsberaterin bei der Diakonie. Bei einem Grillfest an der Friedenskirche in Bookholzberg kamen sich am Sonntag Flüchtlinge und freiwillige Helfer näher (die NWZ  berichtete). Viele von den Ehrenamtlichen hatten bei der Essensausgabe in der inzwischen abgebauten Mobilhalle am Wellenhofsweg mitgeholfen. Die meisten wollen sich als Paten für Migranten weiter engagieren.

Die Vorbereitung des Festes ist nur eine Randnote im vielfältigen Aufgabenspektrum Wolfs. Seit Anfang Mai ist die 30-jährige Sozialwissenschaftlerin im Diakonischen Werk Delmenhorst/Oldenburg-Land für die Betreuung der gut 85 Flüchtlinge in Bookholzberg zuständig. Daneben bietet sie Sprechstunden im „Haus Cristina“ in Rethorn, wo aktuell 17 Menschen leben, sowie in der Flüchtlingsunterkunft in der Jugendherberge Hude an. Sprachlich unterstützt wird sie dabei oft von Maen, einem Flüchtling aus Syrien.

Die Oldenburgerin bringt einiges an Erfahrung in der Integrationsarbeit mit. Nach ihrem Studium war sie Projektkoordinatorin beim Deutschen Roten Kreuz in Halle/Saale. „Beim sogenannten IQ-Netzwerk ging es um die Anerkennung der Berufsabschlüsse von Ausländern“, erzählt sie. Anschließend wirkte sie in der Flüchtlingssozialarbeit im nördlichen Emsland mit, bevor sie die Stelle bei der Diakonie bekam. Mit Flüchtlingsberaterin Sandra Baba teilt sie sich ein Büro im Ev. Gemeindehaus am Ring.

In der Sprechstunde für Flüchtlinge, jeweils mittwochs und freitags im „Kaffeepott“ in Bookholzberg, ist immer viel los. Gelegentlich bringen Migranten sogar Gebäck mit. Die Fragen ähneln sich: „Viele warten auf ihren Sprachkursus“, erzählt Wolf. Andere wiederum hadern damit, dass sie nur „subsidiären Schutz“ für ein Jahr bekommen, obwohl schon vielen Flüchtlingen ein dreijähriges Aufenthaltsrecht zugestanden worden sei. Flüchtlingsberatung „mit allen Anliegen“ heiße aber nicht nur Hilfe beim Asylverfahren, sondern auch Aufklärung zu beruflichen Perspektiven oder Unterstützung bei der Wohnungssuche. Auch Kindergartenplätze seien ein Thema. „In Bookholzberg gibt es Frauen mit einem hohen Bildungsstandard“, so Wolf, „sie würden gern mehr machen, benötigen aber eine Betreuung für ihre Kinder“.

Die Bilanz nach gut 80 Tagen im Amt fällt positiv aus: „Es macht mir sehr viel Spaß hier.“ Allerdings erhalte sie ungemein viel Unterstützung: „Ohne die Ehrenamtlichen geht es nicht!“  Vanessa Wolf ist bei der Diakonie erreichbar unter t 04222/806-212.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent