OHRWEGE - Pläne, das Zwischenahner Meer auch in Teilen zu verkaufen, stießen auf Unverständnis. Finanzminister Möllring machte bereits einen Rückzieher.

Von Claus Stölting

OHRWEGE - Heino Hinrichs (Westerstede) geht, Dr. Wolf Weber (Rastede) kommt: Beim Kreisparteitag der SPD am Sonnabend im Ohrweger Krug wählten die Delegierten Weber erwartungsgemäß zum neuen Vorsitzenden des SPD-Kreisverbandes Ammerland. Er erhielt bei 74 Wahlberechtigten 68 Ja- und drei Neinstimmen bei drei Enthaltungen. Zuvor war Heino Hinrichs, der nicht wieder antrat, mit stehenden Ovationen aus dem Amt verabschiedet worden. Seine Stellvertreterin, die Landtagsabgeordnete Sigrid Rakow (Edewecht), bezeichnete Hinrichs als „sozialdemokratisches Urgestein“, dessen rhetorische Fähigkeiten sie stets am meisten beeindruckt hätten. „Mir bleibt er ja noch erhalten“, meinte sie im Hinblick auf die SPD-Kreistagsfraktion, deren Mitglied Hinrichs ist.

Zuvor hatte Jürgen Bruns, Betriebsratsvorsitzender bei Airbus in Varel, über die Situation im Werk und bei Airbus berichtet. Einfach eine „Frechheit“ sei, was das Unternehmen nach sieben Monaten mit dem Sanierungsprogramm „Power 8“ vorgelegt habe: „In den letzten Jahren haben wir elf Prozent Rendite gehabt. Das muss ein Erfolgsmodell sein“, betonte Bruns, der mit den Plänen des Unternehmens „den Ausverkauf der Luft- und Raumfahrt in Niedersachsen“ herannahen sieht. Bruns verwies auf den 23. März, an dem ein großer Aktionstag in Hamburg stattfinden soll. „Alle Airbus-Beschäftigten in Deutschland wollen daran teilnehmen“, machte Bruns Werbung auf dem Parteitag für die Teilnahme auch Nicht-Airbus-Beschäftigter an der Demonstration. Der Parteitag verabschiedete eine Resolution für die niedersächsischen Standorte und gegen das Sanierungsprogramm „Power 8“. U.a. heißt es darin: „Wir vertreten die Ansicht, dass ein europäisches Spitzen- und Vorzeigeunternehmen, das mit erheblichen Mitteln

aus öffentlichen Kassen unterstützt wurde, auch wirtschaftliche und soziale Verantwortung für die Standorte der Region trägt. Ein Teil der Wertschöpfung steht deshalb auch den Regionen mit ihren Menschen zu“.

Sigrid Rakow sprach von einer „grotesken Idee“, Bad Zwischenahns Bürgermeister Dr. Arno Schilling hoffte, „das wir die Idee in ein paar Wochen begraben können“, und Heino Hinrichs war sich sicher, „dass alle Ammerländer dafür sind, dass dieser Irrsinn nicht fortgesetzt wird“: Gemeint waren Pläne der Landesregierung, das Zwischenahner Meer auch in Teilen zu verkaufen. Am Wochenende machte Finanzminister Hartmut Möllring einen Rückzieher: „Es ist nicht beabsichtigt, dass gesamte Zwischenahner Meer ... zu veräußern.