OLDENBURG - Der Sitzungssaal im Rathaus war schon Schauplatz vieler Ehrungen und Auszeichnungen. Doch es kommt nicht alle Tage vor, das Oberbürgermeister Gerd Schwandner eine Auszeichnung vornehmen darf, „die nur sehr wenigen Menschen in unserem Land zuteil wird“, sagte er am Mittwoch. Das Lob galt Wilfried Grunau: Dem Oldenburger wurde im Auftrag von Bundespräsident Christian Wulf das Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht.

Ausgezeichnet wird damit das langjährige ehrenamtliche Engagement des 53 Jahre alten Diplom-Ingenieurs.-Denn Grunau ist seit 2003 nicht nur Leiter des Präsidialbüros der Hochschule Emden/Leer (vorher FH Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven). „Leidenschaftlich und begeisterungsfähig“ wie nur wenige (so Schwandner) hat er sich seit 1990 auch in die ehrenamtliche Arbeit gekniet. Wichtigste Position dabei ist sicherlich die des Präsidenten des Verbandes Deutscher Vermessungsingenieure (VDV); 1993 übernahm Grunau das Amt und wurde bis jetzt viermal wiedergewählt. Andere wichtige Positionen sind oder waren die Vizepräsidentschaft im Zentralverband der Ingenieurvereine (ZBI, seit 1999) oder die Präsidentschaft des europäischen Dachverbandes für Vermessungsingenieure (1994 bis 1998). In etwa zehn Funktionen ist Grunau (verheiratet, Vater zweier Kinder) derzeit ehrenamtlich aktiv.

„Es ist nicht genug zu wollen. Man muss es auch tun“ – mit diesem leicht abgewandelten Goethe-Zitat beschrieb Wilfried Grunau seine Motivation, „etwas zu tun für die Allgemeinheit und Gesellschaft“. Die Arbeit neben dem Beruf bereite ihm „viel Spaß – meistens“, schmunzelte er.

Grunaus Engagement für ein, wie Schwandner betonte, „starkes und einheitliches Auftreten seines Berufsstandes“ und für eine „qualitätvolle Ingenieurausbildung“ würdigten auch die anderen Festredner im Alten Rathaus. VDV-Vizepräsident Klaus Meyer-Dietrich erinnerte daran, dass Grunaus Hauptaugenmerk auf dem Miteinander der Berufsgruppen aus Geodäsie und Geoinfotrmation liege. Jan-Hendrik Kroll vom ZBI nannte ihn das „Sprachrohr der Ingenieure“, und Hans-Heinrich Gerth, Verwaltungsrat-Vorsitzender der Techniker Krankenkasse, nannte den neuen Ordensträger einen „starken Mitstreiter für ein solidarisches Gesundheitswesen“.