Oldenburg - Von ausrangierten Waschmaschinen und Motorrädern statt wertvollem Moor war die Rede, von Grundstückseigentümern, die sich eine goldene Nase verdienen und einer Obergrenze im Wohnungsbau: Einen Schlagabtausch haben sich Befürworter und Kritiker der „großen“ Lösung für die Baupläne im Bereich Weißenmoor/Südbäke-Niederung am Montag im Rat geliefert.

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Geändert hat sich an den bekannten Positionen nichts. Das Ergebnis kam auch für die Bürgerinitiative „Erhaltet die Grüne Lunge Weißes Moor“ nicht überraschend. Von 46 Ratsmitgliedern stimmten 24 für einen umfangreichen Rahmenplan, 19 stimmten dagegen, drei enthielten sich.

Dass neben den beiden WFO/LKR-Mitgliedern auch Oberbürgermeister Jürgen Krogmann dem Änderungsantrag von SPD und CDU nicht zustimmte, gehört zu den vielen bemerkenswerten Details bei diesem Thema.

Hans-Gerd Lüken vom Vorstand der Bürgerinitiative räumte ein, ein Etappenziel verfehlt zu haben. „Aber es ist uns gelungen zu zeigen, dass Politik so nicht geht, wie SPD und CDU das vormachen.“

2500 Unterschriften überreichten Vertreter der Bürgerinitiative während der Einwohnerfragestunde an Oberbürgermeister Krogmann. Die Sammlung gehe weiter, kündigte Andreas Haja vom Vorstand der BI an. „Wir lassen uns vom Ausgang der Abstimmung nicht entmutigen.“ Die Unterschriftensammlung richtet sich ja auch gegen die Bauleitplanung, also dem Schritt, mit dessen Ausarbeitung die Verwaltung nun beauftragt worden sei. Die Bürgerinitiative wolle einen stadtweiten Dialog zwischen Bürgern und Politik über Grünflächen und Bauland anstoßen. „Der angenommene Antrag der SPD-Basis für einen Sonderparteitag zu diesem Thema am Wochenende hat gezeigt, dass wir etwas in Bewegung gebracht haben.“

Ungewöhnlich heftige Kritik mussten sich am Montagabend die Mitglieder der beiden großen Fraktionen in der Debatte anhören: Hans-Henning Adler (Linke) warf SPD und CDU mangelnde Dialogbereitschaft vor. Beide Fraktionen hätten ihren Erweiterungsantrag für die Bebauung weder näher erläutert noch die Bürger eingebunden. „Die einzigen, mit denen Sie geredet haben, waren die Grundstückseigentümer.“

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