OLDENBURG - Auf dem Fliegerhorst herrschen ab Montag wieder (Schaf-)Zucht und Ordnung: Dieses Versprechen gibt Hans-Heinrich Schrievers ab. Schrievers ist Fachgebietsleiter bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) in Oldenburg und weiß, wovon er spricht.
An diesem Sonnabend gehen der Fliegerhorst und die Donnerschwee-Kaserne vom Bundeswehrdienstleistungszentrum (ehemals Standortverwaltung) in den Besitz der Bima über. Deutscher Wetterdienst, die Traditionsgemeinschaft Jagdbombergeschwader 43 und der Schäfer mit seiner Herde dürfen bleiben. Als erstes werden die Schlösser ausgetauscht", kündigte Schrievers an.
In den vergangenen Wochen hatten besorgte Bürgerinnen und Bürger immer wieder auf seltsame Vorgänge auf dem Fliegerhorst hingewiesen (die NWZ berichtete). Baumfällaktionen wurden gemeldet und selbst Heizkörper sollen aus den leerstehenden Gebäuden geholt worden sein.
Von Plünderungen kann aber keine Rede sein, schränkte Günter Post, Leiter des Dienstleistungszentrums, am Freitag ein. Den Heizkörperdiebstahl bestätigte er. Es werde intern ermittelt.
Den regen Fahrzeugverkehr der vergangenen Tage erklärte Post mit dem Verkauf des Holzes, das in den Wäldern auf dem Gelände geschlagen worden sei. Die Käufer hätten nur bis Freitag Zeit gehabt, das Holz vom Gelände zu holen.
Von einem wie von Forstoberrat Meinert Rosendahl behaupteten Pflegeschnitt kann allerdings keine Rede sein, meint CDU-Ratsherr Paul-Dieter Reck, Mitglied der Traditionsgemeinschaft Jagdbombergeschwader 43. Da sind viele Leute drauf gewesen, die dort nichts zu suchen haben, meint Reck, der augenzwinkernd in Anspielung auf den sozialistischen Sprachgebrauch hinzufügt, dass kein Volksvermögen vergeudet werden dürfe. Auf dem Fliegerhorst seien mit schwerem Gerät auch viele gesunde Bäume gefällt worden, der angerichtete Schaden sei groß.
Gegen den nicht nur von Reck befürchteten Vandalismus setzt die Bima eine Wachmannschaft ein, die mit Hunden für Ruhe und Ordnung sorgen soll. Schrievers: Wir müssen mit kleiner Mannschaft ein Riesenpaket reißen. Dazu gehöre auch die Pflege der Grünanlagen.
Umweltverbände hatten in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses Konzepte des Planungsbüros Hanke und Partner aus Berlin kritisiert, das ein Landschaftsgestaltungs-, Pflege- und Bewirtschaftungsprogramm vorgestellt hatte. Professor Dr. Rainer Buchwald von der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte monierte, dass die Erhebungen der Flora und Fauna aus dem Jahr 2000 in dem Plan keine Rolle spielten. Zudem würden keine parzellenscharfen Abgrenzungen der Biotope nebst Pflegehinweisen gegeben.
