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Die Pflicht hat ein Ende – mit ungewisser Zukunft

Ascan Dieffenbach

OLDENBURG - Es ist das Ende einer Ära: Mit der Aussetzung der Wehrpflicht steht auch der Zivildienst vor dem Aus. Seit 1. Januar verzichtet die Bundeswehr auf die Einberufung von Wehrpflichtigen, zur gleichen Zeit stellte auch das Bundesamt für Zivildienst (BAZ) die Einberufungen ein.

Und obwohl das letzte Jahr des Wehrpflicht-Ersatzes bereits angebrochen ist, stehen noch 129 junge Männer auf den Gehaltslisten der Oldenburger Dienststellen. Eine Möglichkeit, den Dienst aufzunehmen gibt es derzeit noch: Sieben von ihnen haben am 1. Februar freiwillig angefangen. Und genau auf diese Köpfe werden die Dienststellen angewiesen sein.

Zwar soll durch die Einrichtung des Bundesfreiwilligendienstes Ersatz geschaffen werden, doch genau die Freiwilligkeit könnte zum Problem werden, weiß Norbert Adolf, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Kreisverband Oldenburg-Ammerland. In seiner Zentrale in der Ziegelhofstraße stehen 17 Zivis unter Vertrag. Sie liefern Essen aus, befördern Menschen mit Behinderung und geben Senioren Hilfestellung.

Ein paar wenige Freiwillige hat Norbert Adolf noch zur Verfügung. Ein Zivi fängt sogar im Juni an und wird Ende November seinen Dienst beenden. „Wir haben kürzlich zwei Zivildienstleistende einberufen“, so Adolf.

Doch, dass es genügend Freiwillige geben wird, um die 17 Zivi-Stellen auffüllen zu können, bezweifelt er. Im schlechtesten Fall wird es für ihn teurer, weil er Ersatz einstellen muss, oder Adolf muss weniger Dienste anbieten.

Ganz so schlecht sieht es aber nicht bei allen aus: Das Pius-Hospital hat beispielsweise traditionell wenige Zivis und setzt eher auf Festangestellte. „Die Veränderung wird uns also kein Problem machen“, sagt Pressesprecherin Anne-Kathrin Ammermann.

Im Evangelischen Krankenhaus wurde die Zahl der Zivis schon zurückgefahren. Aus vormals zehn Stellen wurden fünf. Zwei von ihnen werden zunächst als ungelernte Kräfte übernommen und dann eine Ausbildung in dem Krankenhaus beginnen. Pflegedirektorin Ursula Geller sieht durch den Wegfall der Zivis eine große Lücke: „Der Krankentransort wird ab Mai von anderen Pflegekräften übernommen werden müssen – wobei gerade diese Tätigkeit mit relativ schwerer körperlicher Arbeit verbunden ist, die nicht jede andere Kraft in dieser Form leisten kann.“

Klarheit wird gefordert

Sie hofft, dass schnell Klarheit in Sachen Bundesfreiwilligendienst herrschen wird. Denn wie es weitergeht, weiß derzeit niemand genau. Die Rahmenbedingungen des neuen Dienstes wurden noch nicht genau abgesteckt. Erste Bewerbungen dafür sind aber schon beim Paritätischen eingegangen. „Wir brauchen viele Freiwillige“, sagt Norbert Adolf.

Das Bundesamt für Zivildienst

gibt bekannt, dass Freiwillige noch immer einberufen werden. Ein Dienstantritt sei bis zum 30. Juni möglich. Die Dienstzeit läuft dann bis 31. Dezember

Der Gesetzentwurf

zum neuen Bundesfreiwilligendienst muss den parlamentarischen Prozess durchlaufen. Gelingt dies, startet der Dienst am 1. Juli. Das etablierte System des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) wird parallel dazu weiterbestehen.

Es besteht

die Möglichkeit, sich dafür zu bewerben. Anders als beim FSJ sollen über 27-Jährige eingestellt werden. Interessenten können sich bei Dienststellen anmelden.
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