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NWZonline.de Nachrichten Politik

Absurde Sperrung, absurde Politik

24.05.2018

Oldenburg Ab dem 31. Mai wird in Hamburg das wahr, was die Politik eigenen Versprechungen zufolge eigentlich unbedingt verhindern will: Es kommt zu den ersten Fahrverboten für Dieselautos. Es scheint so, als wollten die nicht gerade erfolgsverwöhnten Hamburger endlich einmal vorne sein, keine andere Stadt in Deutschland war mit Fahrverboten schneller bei der Hand als die Hanseaten.

Mit Ruhm bekleckert haben sie sich deshalb nicht: Wie grotesk das Fahrverbot ist, zeigt schon der Umstand, dass es sich nur um die Teilabschnitte zweier Straßen im Stadtteil Altona handelt, die fast im Rufbereich zum Hafen liegen: 1,7 Kilometer der Stresemannstraße und 600 Meter der Max-Brauer-Allee sollen nun „stickoxid-bereinigt“ werden, zur Freude von ein paar Hundert dort wohnender Anlieger, die mit ihren Dieselautos vom Fahrverbot ausgenommen sind. Die Anwohner umliegender Straßen, die den Ausweichverkehr bewältigen müssen, werden darüber weniger erbaut sein. Und im wenige hundert Meter entfernten Hafen stoßen große Frachtschiffe weiterhin ungefiltert riesige Mengen an Schadstoff aus.

Die Absurdität dieses Fahrverbotes wird nicht nur dadurch belegt, sondern auch durch die Stellungnahme der Hamburger Polizei, die sich personell außerstande sieht, das Fahrverbot zu überwachen und damit auch durchzusetzen.

Die Teilsperrung der beiden Straßen für Dieselautos ist ein Offenbarungseid der Hamburger Politik. Statt in sinnlosem Aktionismus vorauszueilen, hätte sie für die gesamte Stadt ein Luftreinhaltungskonzept vorlegen müssen. Dazu fehlte es dann aber an Kreativität.

Thomas Haselier / Archiv
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