OLDENBURG - Die Grünen sind empört: Die Verknüpfung des Fliegerhorst-Verkaufs mit dem der Donnerschwee-Kaserne (NWZ berichtete) ist für die Ratsfraktion ein „Erpressungsversuch“ der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Sie befürchtet, dass das Areal europaweit vermarktet wird, wenn es Ende Februar vom Bundesdienstleistungszentrum auf die Bima übergeht. Deshalb, so Ratsherr Rolf Grösch, sollten alle Oldenburger Mandatsträger beim „Defftig Ollnborger Gröönkohlääten“ am nächsten Montag in Berlin die Chance nutzen, die Verknüpfung und die Vermarktung durch Gespräche mit Entscheidungsträgern des Bundes noch zu verhindern.
Gleichzeitig haben die Grünen ihre Bundestagsabgeordnete Thea Dückert gebeten, in einer Anfrage an die Bundesregierung zu klären, ob das Vorgehen der Bima rechtens ist. Grösch: „Für uns ist das eine ungeschminkte Einmischung in kommunale Planungen.“
Die Fällaktionen auf dem Fliegerhorst-Gelände (NWZ berichtete) hatten zudem ein Nachspiel im Umweltausschuss. Stadtbaurat Frank-Egon Pantel berichtete, dass er sich mit Oberbürgermeister Gerd Schwandner am Donnerstag auf dem Areal umgesehen habe. „Forstoberrat Meinert Rosendahl hat uns davon überzeugen können, dass die Verkehrssicherungsmaßnahmen notwendig waren.“ Man habe dennoch deutlich gemacht, dass die Stadt als untere Naturschutzbehörde künftig über Maßnahmen solchen Ausmaßes informiert werden wolle – „und das hat Herr Rosendahl auch zugesagt.“
In der gleichen Sitzung stellte das Planungsbüro Hanke und Partner aus Berlin ein Landschaftsgestaltungs-, Pflege- und Bewirtschaftungsprogramm vor. Abgesehen von der Frage, ob die Stadt überhaupt Zugriff auf das Gelände bekommt, stieß das Programm auf scharfe Kritik aus den Reihen der Umweltverbände. Professor Dr. Rainer Buchwald von der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte monierte, dass die Erhebungen der Flora und Fauna aus dem Jahr 2000 in dem Plan keine Rolle spielten. Zudem würden keine „parzellenscharfen Abgrenzungen“ der Biotope nebst Pflegehinweisen gegeben.
Stadtbaurat Pantel sagte dazu, dass man zunächst einen groben Rahmen habe aufzeigen wollen. Die Kritiker befriedigte das nicht.
