OLDENBURG - Mit großem Engagement unterstützt der 82-Jährige eine Sammlung zur Geschichte der Fliegerei in Oldenburg. Die Schließung des Fliegerhorstes bedauert er sehr.
Von Heinz Arndt
Eine Sehbehinderung schränkt den Aktionsradius des heute 82 Jahre alten Oberst a.D. und früheren Kommandeurs des Jagdbombergeschwaders 43, Heinz-Günter Kuring, erheblich ein. Doch das hindert ihn nicht daran, mit großem Engagement an der Sammlung zur Geschichte der Fliegerei in Oldenburg auf dem Fliegerhorst-Gelände zu arbeiten. Tatkräftig unterstützt er die Bemühungen der Traditionsgemeinschaft JaboG 43. Bei der Gemeinschaft ist er zudem Ehren-Vorsitzender.
„Die Traditionsgemeinschaft will die Geschichte des Oldenburger Fliegerhorstes bewahren“, gibt Kuring die Zielsetzung vor. Dazu trage auch der historische Bildband „Fliegen auf der Alexanderheide“ bei, der unlängst erschienen ist. Als nächstes soll im Herbst eine Sammlung im ehemaligen Simulator-Gebäude auf dem Fliegerhorst eröffnet werden, in der das Thema auf die Geschichte der Fliegerei in Oldenburg ausgeweitet wird.
Der gebürtige Berliner war nach dem Abitur freiwillig zur Luftwaffe gegangen. Nach dem Krieg absolvierte er eine Ausbildung in einer Seifenfabrik zum Industriekaufmann, nahm dann ein Chemie-Studium („Mein Lebenstraum.“) auf, bevor er am 2. Juli 1956 in den Dienst der Bundeswehr trat.
Nach verschiedenen Stationen bei der Bundeswehr kam Kuring im Januar 1966 als Kommandeur des Jagdbombergeschwaders nach Oldenburg und war bis 1970 Chef des Fliegerhorsts. Danach war er dann bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand als Kommandeur der Waffenschule der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck stationiert.
Oldenburg hatte es aber Heinz-Günter Kuring und seiner Ehefrau Irmgard so angetan, dass sie in der Huntestadt nach seinem Eintritt in den Ruhestand heimisch wurden. „In Nadorst fühlen wir uns recht wohl und werden hier auch bleiben. Oldenburg ist eine wunderschöne Stadt", steht für ihn fest.
Seit 2000 plagt ihn eine Sehbehinderung, die dazu geführt hat, dass er viele Hobbys aufgeben musste, und sich auf die Treffen mit den Mitgliedern der Traditionsgemeinschaft beschränkt. „Wir hatten viele prominente Gäste auf dem Fliegerhorst“, erinnert sich Heinz-Günter Kuring. Der prominenteste war der damalige Bundeskanzler Willy Brandt, der anlässlich einer Wahlveranstaltung in Oldenburg auf dem Fliegerhorst landete“, erzählt er.
Unvergessen sind für ihn die Olympischen Spiele 1972 in München, die durch ein Attentat arabischer Terroristen überschatten wurde. „Das war natürlich ein Schlüsselerlebnis für mich, das auch sehr nachhaltig bei mir gewirkt hat. Ich war die ganze Nacht in Fürstenfeldbruck dabei, ich war auch draußen mit der Feuerwehr unterwegs. Das hat mich schon jahrelang beschäftigt“, blickt er zurück.
Mit gemischten Gefühlen verfolgt Heinz-Günter Kuring die bevorstehende endgültige Schließung des Fliegerhorstes: „Es war hier ein Geschwader, das einen sehr guten Ruf auch in der internationalen Fliegerei hatte. Hauptargument der Schließung war ja, dass er zu nah an der Stadt liegt. Für die Soldaten war das natürlich der Super-Standort, die waren schnell von hier in der Stadt.“
Durch die Entwidmung des Platzes im Jahr 1994 und das untersagen der Fliegerei habe man sich sicherlich den einen oder anderen Weg verbaut. „Damit muss man jetzt halt leben“, meint der Oberst a.D..
