OLDENBURG - Der Rauch soll sich aus den meisten Räumen verziehen. Gastronomen fordern mehr Zeit.
Von Karsten Röhr
und Jens Joest
OLDENBURG - Rotbarsch unter Rauchschwaden – damit soll bald Schluss sein. Denn wer im Restaurant an der Zigarette zieht, soll künftig hinter geschlossener Tür in einem Extra-Raum dinieren. In Diskotheken und allen öffentlichen Räumen wie Behörden soll dasselbe gelten: Qualmen verboten – es sei denn, es gibt separate Raucherzimmer. Das sieht ein neuer Vorschlag der Bundesregierung vor.Für die Oldenburger Gastronomen bedeutet das höhere Investitionen. Nur Kneipen (siehe Kasten), Bars und Nachtklubs sollen vom Verbot ausgenommen sein. Klaus Meyer, der den Franziskaner betreibt: „Das finde ich ganz schön heftig. Wir haben ja einen Bereich für Nichtraucher, dazu einen zehnfachen Luftwechsel, obwohl nur fünffacher Wechsel vorgeschrieben ist.“ Bisher habe sich kein Nichtraucher beschwert. Andererseits bedeute eine strikte Regel auch eine Chance: „Vielleicht höre ich dann auch auf zu rauchen.“
Der Dehoga-Vorsitzende Gustav Wehen wollte gestern gar nicht glauben, dass die bisherige, freiwillige Vereinbarung gekippt wird. Sie sieht vor, dass mindestens 90 Prozent der Speiselokale mit über 75 m² Größe und mehr als 70 Sitzplätzen wenigstens die Hälfte der Plätze für Nichtraucher reservieren. Wehen: „Vor wenigen Tagen wurde das in Berlin noch bekräftigt.“ Wehen: „Schutz der Nichtraucher ist richtig. Uns wird das aber alles aufgebrummt – ohne jede Unterstützung, das braucht Zeit.“
„Der Vorschlag geht an der Praxis vorbei“, findet Olaf Moed, Geschäftsführer des Cubes. „Man kann in Kneipen nicht Raucherbereiche durch Wände abtrennen, das macht doch jedes Ambiente kaputt.“ Auch in Diskos seien separate Räume kaum möglich. „Dort kann man das Rauchen entweder ganz verbieten oder gar nicht.“
Das Argument, rauchfreie Diskos dienten dem Jugendschutz, kann Moed nicht nachvollziehen: ins Cubes, César oder Loft kämen Gäste ohnehin erst ab 21 Jahren. Das seien keine Jugendlichen mehr. Lediglich im Amadeus würden auch Jüngere tanzen.
Nichts ändert sich nach Angaben von Sprecher Jürgen Krogmann für die Stadtverwaltung: „In allen Bereichen mit Publikumsverkehr herrscht schon Rauchverbot, auch für Besucher.“
