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Nach Unfall: Melkbrink in Oldenburg gesperrt
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Aktualisiert vor 12 Minuten.

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Nach Unfall: Melkbrink in Oldenburg gesperrt

NWZonline.de Nachrichten Politik

Antibiotika verlieren Wirkung

20.06.2019

Oldenburg /Genf Die Antibiotikaresistenz weltweit nimmt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) alarmierende Ausmaße an. „Die Antibiotikaresistenz droht, 100 Jahre medizinischen Fortschritts zunichte zu machen“, warnte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf. Eine Lösung dafür zu finden sei eine der dringendsten Herausforderungen im Gesundheitsbereich.

Ein Grund für die Zunahme der Resistenzen sei der breite Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin, sagte Dr. Jörg Herrmann, Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene am Klinikum Oldenburg. „Ein klassisches Beispiel ist der unsinnige Einsatz von Antibiotika bei Virusinfektionen (jedes Jahr wieder in der Influenza-Saison), oder die Verschreibung von Breitspektrumantibiotika wie Ciprofloxacin bei banalen Harnwegsinfektionen.“ Dazu fehle es an Spezialisten für Infektionskrankheiten an Kliniken. Das Klinikum Oldenburg bilde da eine Ausnahme. Außerdem könne man in südeuropäischen Ländern Antibiotika ohne ärztliches Rezept kaufen, kritisierte Herrmann. Ein weiterer Grund sei die Verwendung von Antibiotika in der Massentierhaltung: „Wenn bei neu auftretenden Infekten nicht nur das erkrankte Tier, sondern die gesamte Population mit Antibiotika beschossen werde, treten Resistenzen automatisch auf“, sagte Herrmann.

Falsch liefen die Dinge aber auch in der Pharmaindustrie. Antibiotika würden heutzutage in China oder Indien unter geringen Umweltschutzauflagen produziert. Antibiotika und hochresistente Bakterien fänden sich in den Abwässern. Ein vierter Punkt sei die fehlende Forschung bei der Entwicklung neuer Antibiotika. Der Ansatz für die Antibiotika-Forschung müsse überdacht werden: „Pharmaunternehmen, die das Know-how im Antibiotikabereich heute noch haben, müssten mit öffentlichen Mitteln, zum Beispiel aus der EU, gefördert werden, da sie eine Dienstleistung für die Allgemeinheit leisten. Gewinne könnten bei wirtschaftlichem Erfolg anschließend geteilt werden“, sagte der Institutsdirektor.

Gegen den übermäßigen und ungezielten Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung spricht sich auch die Grünen-Landtagsfraktion aus. Der Abgeordnete Dragos Pancescu (Brake) sagte: „Gesunde Tiere brauchen keine Antibiotika. Eine bessere Tierhaltung ist also der Schlüssel, um den Antibiotikaeinsatz nachhaltig und verantwortungsvoll zu senken.“ Die Grünen fordern eine bessere Tierhaltung. Artgerechte Haltung müsse den Landwirten vergütet werden. Die Grünen wollen darüber hinaus eine Zucht robusterer Tiere fördern. Reserveantibiotika müssten in der Tierzucht verboten werden. Antibiotika dürften nur in Verbindung mit Erregertests gegeben werden.

Von Antibiotikaresistenz sprechen Ärzte, wenn Patienten auf ein Antibiotikum nicht reagieren, das heißt, wenn die krankmachenden Bakterien durch das Antibiotikum nicht vernichtet werden. Resistenzen können sich entwickeln, wenn bei einem Antibiotikaeinsatz einige Bakterien überleben. Diese resistenten Bakterien können sich vermehren. Besonders besorgniserregend sei die Ausbreitung von Keimen wie Escherichia-coli, die oft in Krankenhäusern zirkulierten.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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