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NWZonline.de Nachrichten Politik

Geplanter Afd-Newsroom In Berlin: Alternative Fakten für Deutschland?

13.02.2018

Oldenburg Die Alternative für Deutschland (AfD) fühlt sich von den deutschen Medien schlecht behandelt. Laut Alice Weidel, AfD-Fraktionssprecherin im Deutschen Bundestag, wird die Partei von vielen Zeitungen und Sendern missverstanden und „mit Fake News gezielt schlechtgemacht“. Dagegen will sich die AfD nun auf ihre Art wehren.

Ein sogenannter Newsroom ist in den Fraktionsräumen im Berliner Jakob-Kaiser-Haus geplant. Im 24-Stunden-Schichtdienst sollen hier rund 20 Mitarbeiter Themen ausfindig machen, die laut Weidel sonst „unter den Teppich gekehrt werden“, und diese fürs Internet aufbereiten.

Auch andere Parteien versuchen mit ihren Kommunikationsabteilungen, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Nachrichten bekommen von ihnen einen „Spin“ verpasst. Sprich: Sie werden so für die Öffentlichkeit interpretiert, dass sie der eigenen Agenda dienen. Die AfD geht allerdings mit ihren Plänen einen Schritt weiter. Sie will die Nachrichten machen.

Doch wie werden diese „Nachrichten“ aussehen? Da lohnt sich der Blick in die USA. Das Twitter-Konto von US-Präsident Donald Trump ist ein gutes Beispiel dafür, welchen Effekt solch ein neuer News-Kanal haben könnte.

Trump hat es mit seinen Kurznachrichten geschafft, für seine Fans ein alternatives Nachrichtenuniversum aufzubauen. Kritische Berichte über die US-Regierung werden dort als erfunden abgetan, negative Schlagzeilen sind immer politisch motiviert. Aus diesem Grund liefert Trump auf Twitter regelmäßig eigene „Nachrichten“ – oder plappert Meldungen des regierungsfreundlichen Kabelsenders Fox News nach. Vieles, was der US-Präsident allerdings über diesen Kanal veröffentlicht, ist schlichtweg gelogen.

Trump gibt auf Twitter Verschwörungstheorien Raum, beleidigt Politiker, Journalisten sowie Minderheiten und verbreitet falsche Tatsachen, die dann von seinem Team als „alternative Fakten“ bezeichnet werden. Die klassischen Medien können die teils hanebüchenen Behauptungen des Präsidenten (zum Beispiel die angebliche Rekordzuschauerzahl während seiner Vereidigung) innerhalb von Minuten widerlegen. Trumps Anhänger kriegen jedoch von diesen Faktenchecks kaum etwas mit. Sie befinden sich nachrichtentechnisch in einer anderen Welt – denn sie vertrauen nur den von Trump empfohlenen Quellen.

Rechte Nachrichtenportale wie Breitbart und Infowars dienen dem US-Präsidenten als „Echo Chamber“. Sie greifen Trumps Tweets auf, tragen die Behauptungen an eine noch größere Öffentlichkeit und verstärken deren Botschaft. So werden Lügen zur einzigen „Wahrheit“ – und “Fake News“ zu Fakten.

Der geplante Newsroom der AfD wird wohl ähnlich arbeiten. Im Zusammenspiel mit gleichgesinnten Webseiten wie Politically Incorrect, Compact und Freie Welt wird sich die Partei wahrscheinlich ihr eigenes Universum für „alternative Fakten“ – sprich Unwahrheiten – aufbauen.

AfD-Wähler befinden sich dann in einer Filterblase des rechten Wohlfühlens, in der Fakten nur Auslegungssache sind – und der Rest einfach lügt. Das Ziel ist ein klassischer Propagandakanal. Nordkorea lässt grüßen.

Denis Krick Redaktionsleitung / Online-Redaktion
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