Oldenburg/Hannover - Niedersachsen bündelt seine biomedizinische Spitzenforschung im neuen „Institute for Biomedical Translation“ (IBT). Für den Verbund stellt das Land über das Niedersächsische Vorab der Volkswagen-Stiftung für die Jahre 2022 bis 2026 ein Budget von 25 Millionen Euro zur Verfügung.

Gründerinstitutionen des IBT sind zwar die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) sowie das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Doch auch das Exzellenzzentrum für Hörforschung an der Universität Oldenburg könnte profitieren, meinte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU). Kernziel sei die möglichst rasche Überführung von Forschungsergebnissen in neue präventive, diagnostische und therapeutische Verfahren.

Die biomedizinische Forschung in Niedersachsen sei zwar international führend, allerdings würden (noch) zu wenig Patente angemeldet. Auch MHH-Präsident Prof. Dr. Michael P. Manns sprach von einer „strukturellen Lücke“ in der Wertschöpfung. Das soll mit dem neuen Verbund anders werden: „Mit dem IBT legen wir die Grundlage dafür, dass Niedersachsen in der Biomedizin künftig vorne in der 1. Liga mitspielen kann“, sagte Minister Thümler unserer Redaktion. „Ich kann mir gut vorstellen, dass zum Beispiel das Zentrum für Hörforschung in Oldenburg, dem weltweit größten Forschungszentrum zur angewandten Hörforschung, von dem neuen Netzwerk profitiert.“

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent