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Initiative In Oldenburg Diese Omas „wollen eine Stimme gegen Rechts sein“

Swantje Sagcob

Oldenburg - Vor einigen Monaten saß Margret Hehmsoth noch ganz alleine im „Florian“ – die 70-Jährige hatte im  -Kleinanzeiger zu einem Treffen „Omas gegen Rechts“ aufgerufen. Am letzten Freitag wurden bereits einige Tische in dem Oldenburger Café am Markt zusammengeschoben, damit alle gemeinsam in einer Runde Platz finden konnten. Gleich vier neue Gesichter begrüßte die Initiatorin aus Oldenburg, die vor einem Dreivierteljahr von der Bewegung „Omas gegen Rechts“ gehört hatte. Gerda Smorra aus Bremen gilt als deutsche Gründerin dieser Initiative, die 2017 ihren Ursprung in Österreich hat.

Aus der Geschichte lernen

„Ich will die rechtsorientierte Stimmung nicht, sie wird zu heftig und sie macht mir Angst“, erklärt sie ihren Impuls, in Oldenburg selbst aktiv zu werden. „Ich möchte auch ein Vorbild für meine Enkelkinder sein“, denkt sie als verantwortungsvolle Oma daran, auf die Straße zu gehen. Und: „Wir müssen aus der Geschichte unserer Eltern lernen“ – es dürfe zu keiner Wiederholung der Frage kommen: „Warum habt ihr nichts getan?“

„Ich bin zwar alt, hatte aber noch nie so viele Freiheiten wie jetzt. Meine Zeit möchte ich nutzen, um meine Stimme in der Öffentlichkeit zu erheben“, freut sich Margret Hehmsoth mit den interessierten Mitstreiterinnen auf das gemeinsame Gestalten an der Basis. Gute Resonanz hat sie bereits bei jungen Leuten erhalten, die mit ihrer eigenen Bewegung „Fridays for future“ selbst politisch aktiv sind.

In der bunt zusammengewürfelten Frauenrunde kommen viele Erfahrungen an Lebensjahren zusammen, wie sich im Gespräch schnell herausstellt. Die 68er-Bewegung ist noch in Erinnerung. Einige Damen haben noch nie in ihrem Leben demonstriert, andere waren sogar politisch aktiv. Nach einem ersten Austausch über Ideen und gemeinsame Vorgehensweisen ist schnell klar: hier finden sich ältere, politisch interessierte Mitbürger*innen, die von rechtsextremistischen Parolen und offenkundiger Fremdenfeindlichkeit genug haben und darauf öffentlich aufmerksam machen wollen. „Wir werden auf der Straße den Dialog suchen“, so der einhellige Tenor. Als Gruppe könne man sich gegenseitig stärken, wird auf die Kraft der Gemeinschaft gesetzt.

Auftritt am 9. Mai

Der erste öffentliche Auftritt der Oldenburger Gruppe steht bevor: Aktion zur Europawahl in Bremen an diesem Donnerstag, 9. Mai von 15 bis 18 Uhr auf dem Bremer Marktplatz. Die Vernetzung ist den Frauen wichtig. Das nächste Oldenburger Treffen findet am Freitag, 7. Juni statt. Neue Teilnehmer sind herzlich willkommen. Übrigens muss man keine Oma sein, außerdem dürfen auch gerne Männer zu dieser Runde stoßen, die sich an jedem 1. Freitag im Monat um 15 Uhr ab sofort im Café am Damm Nr. 36 trifft. Mehr Infos unter www.omasgegenrechts-nord.de.

Die Bewegung „Omas gegen rechts“ ist auch auf Facebook aktiv.

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