OLDENBURG - Feierlich ist Jona Simon (33) am Sonntag im PFL als neuer Rabbiner für jüdische Gemeinden in Niedersachsen eingeführt worden – u.a. in Anwesenheit von Rabbiner Dr. Tovia Ben-Chorin (Berlin), von Stefan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden und Vertretern anderer Gemeinden und Religionen, Stadt, Fraktionen und Universität.
Damit ist Simon, der aus Ostwestfalen stammt, am Ziel seiner Ausbildung, die ihn etwa nach Sevilla, Jerusalem und Potsdam führte. Gottesdienste in der Synagoge sowie Hochzeiten und Beerdigungen, Seelsorge und Unterricht warten nun auf ihn. „Ich sehe meiner Arbeit mit Freude entgegen, weil es so vielfältige Aufgaben sind“, sagte Simon, der nun für Gemeinden in Hameln, Hildesheim und Göttingen tätig ist. Als Lehrer und Dozent wird er auch in Oldenburg arbeiten und wohnen – denn der junge Rabbiner ist der Mann der Oldenburger Rabbinerin Alina Treiger, die Nachwuchs erwartet.
Sara-Ruth Schumann, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, brachte ihre Freude darüber zum Ausdruck, „dass wir also bald wieder eine Rabbinerfamilie im Ort haben“. Oberbürgermeister Gerd Schwandner sagte, Oldenburg stehe „in einer Rabbinertradition, die als progressiv und liberal gelten darf“. Die Gemeinde werde als großer Gewinn begriffen, für den die Stadt glücklich und dankbar sei. Für den Vorsitzenden des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden, Michael Fürst, „ist Oldenburg eine einzigartige jüdische Gemeinde in Deutschland, die es so ohne Sara-Ruth Schumann nicht gäbe“.
Jona Simon ist der siebte Rabbiner in Niedersachsen. Denn es hat sich wieder ein lebendiges, vielfältiges Gemeindeleben entwickelt – von traditionell-orthodox bis liberal-progressiv. „Rund 10 000 Juden leben zurzeit in Niedersachsen“, schätzt Landesrabbiner Jonah Sievers.
