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NWZonline.de Nachrichten Politik

Von der Idee zur Recherchereise

07.05.2019

Oldenburg Am Anfang war die Unzufriedenheit: Außer auf den britischen Inseln kracht es nirgendwo so heftig im EU-Gebälk wie in den Ländern Mittel- und Osteuropas. Dort feiert angeblich der Populismus in seiner „rechten“ Variante fröhliche Urständ, sind die Menschen unheilbare Ausländerfeinde und alle wollen ohnehin lieber heute als morgen aus der EU raus. Aber stimmt das? Was ist dort wirklich los? Im Vorfeld der EU-Wahlen am 26. Mai erreichten die NWZ immer wieder Fragen und Anregungen von Lesern. Also: Nachsehen! Chefredakteur Lars Reckermann meint, ich soll einfach mal hinfahren. Mache ich doch gern!

Am Anfang steht Planung, denn einfach so losfahren ist wenig sinnvoll und Verschwendung kostbarer Zeit. Mit wem will ich reden? Welche Schwerpunkte will ich setzen? Was sind meine Themen, und wo finde ich dazu interessante Gesprächspartner, die sowohl mit mir reden wollen als auch verfügbar für ein Gespräch sind? Und wo bette ich nachts mein müdes Haupt zur Ruhe? Das alles zu klären braucht mehr als vier Wochen – ohne die Unterstützung von Ramona Kuhnt aus dem Sekretariat der Chefredaktion hätte es noch länger gedauert.

Am Ende kommt eine Route heraus, die von Oldenburg nach Marienborn, weiter nach Leipzig und Marienberg, von dort nach Theresienstadt, Prag und Wien führte. Weiter geht es nach Budapest, Liptovsky Mikulas, Krakau, Auschwitz, Gleiwitz, Breslau und Oppeln. Im sächsischen Görlitz ist wieder Deutschland erreicht. Das macht dann 3313 Kilometer, sechs Länder, drei Hauptstädte und 14,5 Liter Mineralwasser.

Und die Technik zickt auch: Bei Dresden verabschieden sich Tempomat und Bordcomputer. Ersterer erwacht plötzlich kurz hinter Wien wieder zum Leben. Rumänisch-französische Technik mag wankelmütig sein, aber sie hält schon irgendwie durch.

Europa heißt noch immer gut rechnen. Euro, tschechische Krone, ungarischer Forint und polnischer Zloty machen die Brieftasche dick und durcheinander. Da kann man schon mal daneben greifen – wie in Breslau als mir ein verdutzter Tankwart eröffnet, dass er leider keine tschechischen Kronen akzeptiere.

Die Termine jedenfalls passen. Nur einer wird abgesagt – und die Gesprächspartner sind ausnahmslos interessant. Alle haben sie Überraschendes und Erstaunliches zu erzählen, sprühen vor Geist und geben bisweilen sogar Einblicke in ihre ganz persönlichen Gedankenwelten. Nach teilweise anfänglich bestehendem Misstrauen („Will der uns in die Pfanne hauen?“) treffe ich auf eine inzwischen in Deutschland fast schon ungewohnte Offenheit. Selbst die Politiker unter den Gesprächspartnern kommen über die üblichen Phrasen hinaus – wenn sie sich denn entschlossen hatten, mit mir zu reden.

Bei den österreichischen Grünen, den tschechischen Piraten und der polnischen Regierungspartei PiS führte da trotz aller Bemühungen kein Weg zum Ziel. Diese politischen Austern blieben fest verschlossen. Ich bin froh, mich entschieden zu haben, ein Aufnahmegerät mitzunehmen. In den Podcasts kann man meine Gesprächspartner auch hören. Das macht das Erleben intensiver.

Und dann gibt es natürlich die zufälligen Begegnungen am Wegesrand. Sei es der erste Kontakt mit tschechischem Wein, sei es das lange Gespräch mit einem Budapester über die echte ungarische Salami oder die Begegnung mit drei fidelen tschechischen Jung-Geschäftsleuten, die den deutschen Besucher erleben lassen, was böhmisches Selbstbewusstsein und Schlitzohrigkeit sind.

Am Ende vom Lied bleiben fast zwölf Stunden Audio-Material, das transkribiert werden will – und ein Dutzend Pläne für Geschichten, die aufgeschrieben und aufgenommen werden wollen.


Podcasts zum Thema, produziert und gesprochen von Alexander Will, unter   www.nwzonline.de/will-macht-europa 
Dr. Alexander Will Leiter Newsdesk / Politikredaktion
Rufen Sie mich an:
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