Oldenburg - Einstellungswelle zum neuen Schuljahr: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) kündigte beim Besuch der NWZ die Ausschreibung von mindestens 2000 neuen Lehrerstellen an, davon 845 allein an den niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschulen. Damit könne, so Tonne, auch die Zahl der Abordnungen von Gymnasiallehrkräften an Grundschulen eingedämmt werden.

Aber auch für den Bereich Inklusion plant Tonne deutlich Verbesserungen für die eingesetzten Kräfte. Befristete Verträge sollen entfristet werden, die Betroffenen eine klare Perspektive an den Schulen bekommen. Diese Entfristungsaktion betrifft voraussichtlich 115 Stellen für pädagogische Fachkräfte. Dafür gab es Applaus von den Zuhörern.

KOMMENTAR: Klare Signale vom Kultusminister

Das Thema Belastung der Lehrerinnen und Lehrer war bei der von 100 Interessierten besuchten Veranstaltung im NWZ-Medienhaus das große Thema. Immer wieder wurde der Kultusminister auf die Arbeitsbelastung der Lehrer angesprochen und nach Lösungen gefragt. Der Kultusminister will es zu einem Schwerpunkt in dieser Legislaturperiode machen. Eine viel zu hohe Belastung finde sich „in allen Schulformen“, betont Tonne, der eine Entlastung bei Stunden und Bürokratie „schrittweise und Jahr für Jahr“ durchsetzen möchte. Auch eine höhere Bezahlung stehe auf der Prioritätenliste ganz oben. Tonne kündigte einen „Stufenplan für höhere Besoldung“ an. Das sind auch die drei Schwerpunkte, die Tonne nannte und die er versprach anzugehen: Arbeitsentlastung, Entbürokratisierung und Lehrerbesoldung.

Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Laura Pooth, begrüßte nachdrücklich die Ankündigungen des Kultusministers. Es werde aber „spannend, wie viele Bewerber“ sich auf die 2000 Stellen melden würde. „Auf dem Markt findet man keine Lehrer“, machte Pooth ihre Skepsis deutlich. Und die Entlastung von Lehrkräften müsse aus einem „Mix an Maßnahme“ bestehen, forderte die GEW-Vorsitzende, die vor allem das Problem zu hoher Arbeitszeiten hervorhob. Die Gewerkschaft werde sehr aufmerksam die Ankündigungen des Kultusministers begleiten. „Wir werden keine Ruhe geben“, versprach Pooth.