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Olmun Oldenburgerin kämpft für Namibia

Evelyn Eveslage

OLDENBURG - Eine Resolution muss her, und zwar zügig! Doch dafür müssen erstmal Gruppen gebildet werden: Per Mikrofon ruft Till Sundermeier die 150 Schüler in der Weser-Ems-Halle vom Podium aus zur Ruhe – auf Englisch versteht sich.

Überhaupt ist kaum eine andere Sprache zu hören, müssen sich doch die 700 internationalen Teilnehmer der zwölften „Olmun“, der Abkürzung für Oldenburg Model United Nations, verständigen. Bei diesem Planspiel werden die Konferenzen der Vereinten Nationen simuliert. Till Sundermeier übernimmt dabei die Rolle des Vorsitzenden dieser dritten Generalversammlung. Kein geringeres Ziel als illegale Einwanderung gilt es dabei am Mittwochmittag zu lösen. Zunächst sollen die Beschlüsse in Gruppen eine Stunde lang diskutiert werden.

Beratung in der Gruppe

Mühsam finden sich kleine Grüppchen von Abiturienten in Jackett und Blazer zusammen. Sie schieben Tische auseinander und rücken Stühle zusammen. Dann sitzen sich 30 Teilnehmer in einem mehr oder minder ovalen Stuhlkreis gegenüber – und vertreten auch die Slowakei, Lesotho, Surinam und die Türkei.

Ein lebhaftes Mädchen mit braunen Locken aus Polen ergreift das Wort: Sie hat schon eine komplette Beschlussvorlage ausgearbeitet. Die 18-jährige Rebecca Steinmann vom Graf-Anton-Gymnasium vertritt Namibia. Ein Positionspapier hat sie zwar in petto, hält sich in der Diskussion aber erstmal zurück.

Till Sundermeier verkündet vom Podium die erste Zwischenmeldung: Gerade funktioniere wieder W-Lan, also drahtloses Internet. Ein Teil der jungen, eben noch interessierten Köpfe verschwindet hinter den Bildschirmen der wenigen Laptops auf den Gruppentischen.

Währenddessen reicht ein schlanker rothaariger Junge beflissen die Beschlussvorlage der Türkei herum. Kaum setzt er zur gestenreichen Erklärung an, rufen ihm zwei Mädchen der Runde zu, dass er lauter sprechen solle.

Auch das ist Rhetorikschule: Hinweise der Teilnehmer. Andere Gruppen und leise Musik, wie sie in Fahrstühlen üblich ist, bilden während der „Olmun“ keine zu unterschätzende Geräuschkulisse. Leises Sprechen oder ein Abschweifen vom Thema werden deshalb unverzüglich geahndet.

Kompromiss gefunden

Auf der Leinwand wird jetzt der Hinweis eingeblendet, dass jeder Beschluss mindestens 14 Stimmen braucht. „Wir müssen einen Kompromiss finden“, mahnt ein junger Mann auf Englisch an, der Belgiens Position vertritt. Die Zeit dränge. Dass Teilnehmer bei der „Olmun“ hautnah Demokratie lernen, betonte auch der Niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann in seiner Videobotschaft.

Schließlich einigt sich Rebeccas Gruppe darauf, Einwanderung zu legalisieren – nur so könne man die Kontrolle behalten. Gleichzeitig sollen in den Abwanderungsländern wirtschaftliche Anreize geschaffen werden. Dieser Vorschlag geht nun in die nächste Besprechungsrunde.

NWZ

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