OLDENBURG - In der Debatte um Pflicht-Prüfungen für betagte Autofahrer stoßen Forderungen der Grünen und der Partei „Die Linke“ auf wenig Gegenliebe. Der Vorsitzende der Senioren-Union der CDU Landesverband Oldenburg, Jonny Hinrichs, sprach gegenüber der NWZ von einem „üblen Beispiel für Altersdiskriminierung“.

Auch Dieter Quentin, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Niedersachsen, lehnt vorgeschriebene Nachprüfungen ab. „Ältere sind nicht überdurchschnittlich am Unfallgeschehen beteiligt“, sagte er der NWZ . Das Statistische Bundesamt hat für das Jahr 2007 festgestellt, dass rund jeder fünfte Bundesbürger älter als 65 Jahre ist, diese Altersgruppe aber nur an jedem zehnten Unfall mit Personenschaden beteiligt ist. Diese Gruppe fährt jedoch auch wesentlich weniger als andere.

Unterdessen sagte Dorothee Menzner, verkehrspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion, zu Pflicht-Überprüfungen: „Das halte ich für sinnvoll, es geht aber nicht darum, jemanden zu diskriminieren.“ Ihr Kollege Winfried Herrmann von den Grünen verteidigte seine Forderung nach Tests für Autofahrer ab 70. Die Grünen wollten dies nach der Bundestagswahl zum Thema machen.

Die Verkehrsexpertin Maria Limbourg (Universität Duisburg-Essen) empfiehlt „dringend“ medizinische Untersuchungen. Der CDU-Verkehrsexperte Dirk Fischer lehnt ist strikt gegen jede Art verpflichtender Tests: „Die Unfallstatistik rechtfertigt das nicht. FDP-Verkehrsexperte Patrick Döring teilt diese Ansicht: „Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.“