Oldenburg - Wie kann in Venezuela die Krise abgewendet werden? Welche Länder unterstützen welche Forderungen? Von welchen Seiten könnte man Kritik bekommen? Fragen mit denen sich sonst Weltpolitiker rumschlagen, stellen sich bis Freitag mehr als 1000 Schüler beim diesjährigen Planspiel Olmun.
Die Olmun (Oldenburg Model United Nations) ist ein Planspiel über die Arbeit der Vereinten Nationen, organisiert hauptsächlich von Schülern. An der Konferenz nehmen gut 1000 junge Menschen aus ganz Europa teil. Es ist wohl die größte „Mun“ in ganz Europa.
Die Delegierten vertreten die Ansichten ihres Landes in insgesamt zehn Komitees. Diese finden bis Freitag in Oldenburg statt. Diskutiert wird hauptsächlich auf Englisch.
Justus Neuendorff und David Sperling sitzen an der Spitze des Komitees des Sicherheitsrates. Sie sind die Präsidenten, setzen sich mit oben genannten Fragen auseinander und das Wichtigste: Sie behalten die einzelnen Delegierten der Länder im Auge.
Zeitgleich zehn Komitees
„Wir diskutieren mit Vertretern aus 15 Ländern und leiten die Diskussionen und Debatten an“, sagt David Neuendorff, der das zweite Mal bei dem Planspiel in Oldenburg mitmacht und in diesem Jahr sein Abitur an der Liebfrauenschule gemacht hat. „Der Sicherheitsrat ist der einzige, indem wirklich etwas vorgeschrieben werden kann. Die anderen geben Empfehlungen ab“, sagt David Sperling.
Nicht nur im Edith-Russ-Haus tagt ein Komitee, neun weitere laufen zeitgleich an verschiedenen Standorten in Oldenburg ab. „Dabei werden die Schwerpunkte auf unterschiedliche aktuelle Themen gelegt“,sagt Treasurer Anita Kluck vom Sekretariat, dass die Olmun organisiert.
In der Welt-Gesundheits-Versammlung in der Cäcilienschule geht es um die Verbesserung der Prävention und der Kontrolle von Epidemien. Mehr als 200 Schüler nehmen daran teil. Die Oberthemen im Sicherheitsrat sind klar: Der Umgang mit humanitären, ökonomischen und politischen Krisen und natürlich liegt der Hauptaugenmerk auf der Krise in Venezuela.
Schüler als Delegierte
Vertreten wird das Land von dem 16-jährigen Thore Reichswald vom Max-Planck-Gymnasium in Delmenhorst. Für den Zehntklässler war es von vornherein klar, dass er als Venezuela-Delegierter auftreten will. „Ich finde es interessant eine Meinung über ein stark diskutiertes Land zu vertreten“, sagt er. Bei seiner Vorbereitung wurde ihm klar, dass er vorsichtiger als andere Delegierten auftreten muss. „Als Venezuela hat man Verbündete beispielsweise in Russland, aber gleichzeitig steht die USA gegen mich. Das ist klare Zwei-Seiten-Politik.“
Die Ergebnisse der einzelnen Komitees werden an diesem Freitag in einer Abschlusszeremonie dargestellt, sagt Anita Kluck.
