Oldenburg - Die AfD hat einen eigenen Stadtverband gegründet und den Bundestagskandidaten bei der Wahl 2017, Andreas Paul, zum Vorsitzenden gewählt. Der 40-Jährige setzte sich nach Angaben der Partei gegen einen weiteren Bewerber mit 85 zu 15 Stimmen durch. Zur Stellvertreterin wählte die Partei Lidia Bernhardt, Mitglied der AfD-Fraktion im Oldenburger Rat.
Die Aufteilung des Kreisverbands Oldenburg/Ammerland in zwei eigene Kreisverbände sei sinnvoll, um die jeweiligen Themen besser abdecken zu können, begründete Paul die Entscheidung. „Es ist etwas anderes, ob man an einem Info-Stand in Apen steht oder in der Oldenburger Fußgängerzone.“ Parteimitglieder erhielten in Oldenburg mehr Gegenwind. Zudem seien die lokalpolitischen Themen unterschiedlich.
In Oldenburg werde sich die AfD vor allem um den Wohnungsmangel kümmern, kündigt Paul, der in Etzhorn wohnt und im Stab der 1. Panzerdivision arbeitet, an. Der starke Preisanstieg und der Bedarf an Wohnraum seien Probleme, die der neue Stadtverband schwerpunktmäßig aufgreifen werde. Auch beim Diesel-Thema werde sich die AfD in Oldenburg klar positionieren. „Wir sind der Meinung, dass der Diesel eine Zukunft haben muss.“ Die Messstation am Heiligengeistwall gebe ein verzerrtes Bild der Luftqualität im Stadtgebiet.
Die Mitgliederzahl im Raum Oldenburg und Ammerland sei „auf mehr als Doppelte“ gestiegen im Vergleich vor der Abspaltung der Gruppe Alfa/LKR unter Mitgründer Bernd Lucke 2015; die Zahl sei allerdings noch „zweistellig“. Genauere Angaben wollte Paul nicht machen. Die Verbände im Ammerland und Oldenburg seien in etwa gleich stark an Mitgliedern.
Die Ausrichtung der AfD in Oldenburg bezeichnet der Vorsitzende als „moderat“. Ihren Treffpunkt in Oldenburg gibt die AfD nicht öffentlich bekannt. Die Antifa protestiere, wenn das Lokal bekannt werde; die Wirte befürchteten Umsatzrückgänge.
Klar distanziert sich Paul, der aus dem Emsland stammt und Anfang 2017 in Münster in die AfD eingetreten ist, vom mittlerweile aufgelösten Landesjugendverband „Junge Alternative“. Er habe die Auflösung aufgrund „problematischer Äußerungen einzelner Mitglieder“ begrüßt. Er hoffe auf eine Neugründung. Das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Ordnung sei für zwingend Voraussetzung für eine Mitgliedschaft.
