OLDENBURG - Bei den illegalen Drogen steht Cannabis nach wie vor an erster Stelle – und in den vergangenen Jahren rauchten immer mehr Jugendliche das gefährliche Hanfkraut. Auf diese Entwicklung hat die Drogenberatungsstelle „Rose 12“ reagiert und spezielle Angebote konzipiert. Die Wirksamkeit des für junge Leute gedachten Angebots namens Chill-Out-Gruppe ist jetzt von der Universität Oldenburg überprüft und bestätigt worden.

„Mehr als 70 Prozent der Teilnehmer konsumierten nach der Gruppe gar nicht mehr oder nur noch gelegentlich“, nennt Winfried Wigbers, Leiter der Beratungsstelle an der Alexanderstraße, das Ergebnis der Untersuchung. Die Gruppenteilnahme habe zahlreiche erwünschte Effekte.

Bei der Chill-Out-Gruppe handelt es sich um ein seit 2003 bestehendes Frühhilfe-Angebot von „Rose 12“. Es richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 15 und 21 Jahren mit problematischem Konsum oder beginnender Abhängigkeit. In etlichen Fällen werden die Teilnehmer durch Institutionen (u.a. Jugendgerichtshilfe und Jugendrichter) vermittelt. „Die Betroffenen haben die Chance, eine Strafaussetzung zu erreichen“, erklärt „Rose 12“-Mitarbeiterin Sabine Schultz.

Jährlich werden vier Gruppen angeboten. Die jeweils bis zu zwölf Teilnehmer treffen sich sechsmal, um über ihren Cannabiskonsum zu sprechen. Jede Sitzung wird von einer Suchttherapeutin geleitet. Ziel ist, die Krankheitseinsicht und die Behandlungsbereitschaft zu fördern.

Für ihre Diplomarbeit begleitete Psychologiestudentin Sarah Deutscher drei Gruppen. Sie befragte die Teilnehmer vor und nach den sechs Sitzungen. „Die meisten Teilnehmer sahen ihren Konsum kritisch. Nicht nur der Wunsch nach einer Konsumveränderung wurde bestärkt. Schon während der Gruppenphase reduzierten viele ihren Konsum“, so Deutscher.

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