Oldenburg - Sie durften nicht weiterspielen, wie die Männer. Und das wollten die Fußballfrauen nicht einfach hinnehmen. Wie berichtet, wurde der Kreispokal der Männer Ende Juni per Elfmeterschießen ausgespielt. Für die Frauenteams, die noch im Wettbewerb standen, gab’s diese Lösung in der Coronakrise nicht.
Die Entscheidung
Einstimmig hatte Anfang Juni der Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball im Fußballkreis Jade-Weser-Hunte des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) diese Entscheidung getroffen. Den Angaben zufolge wurde über die Fortführung des Männer-Wettbewerbs später im Spielausschuss Herren entschieden – auch in Absprache mit dem Sponsor. Dem gegenüber habe der Fußballkreis Pflichten zu erfüllen. Für den Frauenbereich gebe es einen solchen Sponsor leider nicht.
Die Reaktionen
Mit der Entscheidung wollten sich die Fußballerinnen nicht zufrieden geben. Aus Oldenburg äußerte das Team des SV Eintracht Oldenburg (1. Damen, Kreisliga) Kritik. Das sei eine ganz klare Benachteiligung des Frauenfußballs, hieß es beispielsweise. Nach der Berichterstattung reagiert darauf auch die Politik.
Die SPD-Ratsfraktion will, dass das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Sportausschusses kommt. In einem Antrag bittet sie um einen Sachstandsbericht zur Entscheidung für den Abbruch des Kreispokals der Fußballfrauen und auch darüber, welche Möglichkeiten es gibt, Frauen im Fußball stärker zu fördern. Der Abbruch des Kreispokals habe berechtigterweise zu starker Kritik in der lokalen Presse aber vor allem von den betroffenen Spielerinnen geführt, heißt es in der Begründung.
„Es ist wichtig, dass wir das Thema im Ausschuss besprechen, denn diese Entscheidung ist für die Frauenfußballerinnen nicht nur wenig wertschätzend, sondern zeigt deutlich die Ungleichbehandlung zwischen dem Fußball der Frauen und der Männer“, so Heinz Backhaus, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, in einer Presseklärung. Nicole Piechotta, Mitglied im Sportausschuss, meint: „Es reicht nicht Kritik zu äußern, sondern es ist sicherzustellen, dass sich derartige Entscheidungen zu Lasten engagierter Frauen nicht wiederholen.“
Die CDU-Fraktion hatte sich, wie berichtet, bereits kritisch zu dem Pokalabbruch geäußert.
