OLDENBURG - Das geplante Windenergie-Projekt wird nach dem Sommer wieder ein Thema für die Politik. Auf Antrag der Grünen vertagte der Bauausschuss die weitere Beratung auf September.
Sebastian Beer (Grüne) hatte um eine Vertagung um einen Monat gebeten, um Gespräche mit den Naturschutzverbänden führen zu können. Planungsamtsleiterin Elke Wicherts schlug daraufhin vor, die vorgebrachten Bedenken in Ruhe zu prüfen und im September erste Beschlüsse zu fassen. Dem Vorschlag schlossen sich alle Fraktionen an. SPD und CDU machten dabei deutlich, dass sie für die Errichtung des Windparks sind.
Die Verwaltung hatte in den vergangenen Wochen vier mögliche Standorte für Windenergieanlagen untersuchen lassen. Als geeignet sieht das beauftragte Planungsbüro NWP nur das Gebiet nördlich des Ellerholtweg beim Kleinen Bornhorster See. Vier bis zu maximal 150 Meter hohe Windräder sollen auf dem Gelände errichtet werden. Bei einer Versammlung am 22. Juni sollen die Bürger über das Projekt informiert werden.
Zweifel an den Schlussfolgerungen des Planungsbüros hatte in dieser Woche Oldenburgs Naturschutzbeauftragter Heiko Vollquardsen in einem Schreiben an OB Gerd Schwandner geäußert (NWZ
berichtete). Durch die Windräder sieht Vollquardsen unter anderem Blässgänse und Breitflügelfledermäuse gefährdet. Überdies sorgt er sich um den Erholungswert des betroffenen Landschaftsschutzgebiets.Thomas Aufleger vom Planungsbüro NWP wies in der Ausschuss-Sitzung die Vorwürfe zurück. Die angeführten Kritikpunkte seien „sachlich und fachlich nicht ganz zutreffend“, sagte er. Der Erholungswert am Kleinen Bornhorster See sei durch die Windkraftanlagen nicht direkt betroffen. Den Flugkorridor der Blässgänse habe man berücksichtigt. Und bei den Fledermäusen sieht Aufleger „ein sehr geringes Kollisionsrisiko mit der Anlage“.
Unterdessen hat sich die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte (BSH) gegen das Projekt in Bornhorst ausgesprochen. Die BSH plädiere zwar für den Ausbau der Windenergie, so heißt es in einer Mitteilung von Professor Dr. Rainer Buchwald. Allerdings sollten Schutzgebiete sowie Flächen in oder bei Brutgebieten von entsprechenden Planungen ausgenommen werden.
