OLDENBURG - Bei der seit langem geführten Debatte um die Nachnutzung des Fliegerhorstes wird bisweilen vergessen, dass die riesige Anlage nicht nur aus Landebahn, Hangar und Offiziersheim besteht. Auch die Siedlung Brokhausen gehört zum Fliegerhorst, als Oldenburger „Enklave“ unmittelbar neben Ofen liegend.
Die auch Flugplatzsiedlung genannte Ansammlung von Reihenhäusern (erbaut für Bundeswehrangehörige) zählt damit zur Immobilie „Fliegerhorst“, die seine Eigentümerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), am liebsten ungeteilt abgeben will. Für die Anwohner Brokhausens keine angenehme Aussicht: „Die Situation ist unbefriedigend, weil sie zurzeit unsicher ist“, sagt Max Lindenberg, Sprecher einer Bürgerinitiative dort. „Wir haben in der Siedlung eine tolle Nachbarschaft, und wir wollen hier dauerhaft wohnen.“
Das, so meinen viele Anwohner, sei am besten möglich, wenn sie selbst Eigentümer ihrer Häuser („Mieterprivatisierung“) werden oder wenn die GSG die Siedlung von der BIMA kauft und dann entweder an die Anwohner weiterverkauft oder -vermietet. Unterstützung finden die Brokhauser im politischen Raum: CDU-Bundestagsabgeordneter Thomas Kossendey setzt sich sehr stark für sie ein, auch SPD-Landtagsabgeordneter Jürgen Krogmann engagiert sich. Die Wohnbaugesellschaft ist interessiert, die BIMA – grundsätzlich zum Verkauf bereit – aber will lieber ein Bieterverfahren abhalten und dem Höchstgebot den Zuschlag geben.
Inzwischen haben SPD, CDU und Grüne das Thema im Bauausschuss des Rats auf die Tagesordnung setzen lassen. Auch die Stadt müsse ein Interesse daran haben, die Siedlung „dauerhaft für Wohnraumsuchende verfügbar zu halten“, argumentierten sie. Die Stadt aber hält sich zurück: Die Erschließung mit Abwasserkanälen sei noch ungeklärt, auf den Häusern lägen „strenge Festsetzungen wegen deren hohen Erhaltungswerts“, und die gepflasterten Straßen (auch im Besitz der BIMA) stünden unter Denkmalschutz.
BIMA und Stadt treffen sich auf höchster Ebene am 14. Februar in Bonn, um über den Fliegerhorst zu sprechen. Danach könnten die Anwohner Brokhausens vielleicht klarer in die Zukunft sehen.
