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NWZonline.de Nachrichten Politik

Kein Engelchen, nur Teufelchen auf Trumps Schultern

16.04.2018

Oldenburg /Washington Eigentlich hat jeder eine Stimme der Vernunft. Selbst US-Präsident Donald Trump hatte sie. Doch diese ist inzwischen verstummt. Sie hat am 28. Februar ihr Amt niedergelegt – und die Folgen könnten nicht offensichtlicher sein.

Trumps Stimme der Vernunft gehörte Hope Hicks, die bis zu ihrem freiwilligen Rückzug zuletzt als Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses fungierte. Sie war das Engelchen auf Trumps Schulter, wenn die schier unzähligen Teufelchen des US-Präsidenten schon wieder Schlimmes im Sinn hatten. Hicks gelang immer wieder das Kunststück, den tobenden Trump zu besänftigen und ihn in ruhigeres Fahrwasser zu lenken. Sie war der Trump-Flüsterer. Zahlreiche US-Medien spekulierten deshalb, dass das ehemalige Model vielleicht Ehefrau Nummer 4 des US-Präsidenten werden könnte.

Hicks hat das Weiße Haus mehr oder weniger fluchtartig verlassen. Ein Grund war, dass sie eine Beziehung mit dem Anwalt Rob Porter führte, der ebenfalls im Weißen Haus arbeitete. Porter musste gehen, weil seine beiden Ex-Frauen ihn der häuslichen Gewalt beschuldigten.

Nun ist Hicks Geschichte – und niemand kann dem US-Präsidenten mehr die Dummheiten ausreden. Dabei hätte er die beruhigenden Worte seiner ehemaligen Kommunikationsdirektorin nötiger denn je.

Trump steht enorm unter Druck. Der Sonderermittler Robert Mueller, der Trumps Verbindungen zu Russland untersuchen soll, ließ den engen Vertrauten und langjährigen Anwalt des Milliardärs, Michael Cohen, nicht nur überwachen, sondern schickte ihm auch FBI-Agenten zur Durchsuchung. Gegen Cohen werden schwere Vorwürfe erhoben. Unter anderem geht es auch um 130.000 US-Dollar Schweigegeld, die Cohen an den Pornostar Stormy Daniels zahlte. Daniels soll nach eigenen Angaben eine Affäre mit Trump gehabt haben.

Weiterhin hat der von Trump gefeuerte ehemalige FBI-Direktor James Comey ein Enthüllungsbuch geschrieben, das am Dienstag in dem USA veröffentlicht wird. Zahlreiche Medien zitierten bereits pikante Textstellen aus dem Werk, das den US-Präsidenten in keinem guten Licht erscheinen lässt.

Und Trump ist deshalb wütender als je zuvor. Er tobt auf Twitter wie ein Rumpelstilzchen. Comey wird von ihm als „unaufrichtiger Schleimpilz, der ein furchtbarer FBI-Direktor war“ beschimpft. Die Ermittlungen gegen seinen Anwalt Cohen bezeichnete er als „totale Hexenjagd“. Dass die Durchsuchungen und Ermittlungen von Verantwortlichen genehmigt wurden, die den Republikanern – also Trumps eigener Partei – angehören, ließ Trump dabei unter den Tisch fallen.

Trump ist derzeit ein Kessel unter Hochdruck – und niemand im Weißen Haus kann ihn bislang wieder runterfahren. Diese Aufgabe hätte eigentlich der ehemalige General John Kelly, Stabschef des US-Präsidenten, übernehmen müssen. Dieser ist jedoch bei Trump in Ungnade gefallen, weil er versuchte, die Geschäfte im Weißen Haus zu ordnen und das Chaos zu minimieren. Letzteres ist jedoch mit voller Wucht zurückgekehrt.

Der Raketenangriff auf Syrien ist dementsprechend auch keine strategische, sondern eine impulsive Entscheidung des US-Präsidenten gewesen. Wäre es nach Trump gegangen, so hört man, dann hätte er gerne noch härter zugeschlagen. Um ihm das auszureden, sollen jede Menge Berater notwendig gewesen sein, die mit Engelszungen auf den Milliardär einredeten.

Hope Hicks hätte dieses Kunststück wahrscheinlich alleine fertig gebracht. Ihre Stimme der Vernunft fehlt dementsprechend nicht nur Trump, sondern der ganzen Welt.

Denis Krick Redaktionsleitung / Online-Redaktion
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