• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

6000 Menschen ziehen friedlich gegen Rassismus durch Oldenburg

27.10.2018

Oldenburg Rund 150 Demonstranten auf der einen Seite, mindestens ebensoviele aufseiten der Polizei: Unter großen Sicherheitsvorkehrungen und Protesten hat am Samstagmorgen der Landesparteitag der AfD in Oldenburg begonnen. Vor der Weser-Ems-Halle lieferten sich Aktivisten, die versuchten den Eingang zur Halle zu blockieren, mehrmals Rangeleien und verbale Auseinandersetzungen mit Beamten. Mindestens ein Aktivist sowie ein Polizeibeamter wurden dabei nach Angaben von Polizeisprecher Stephan Klatte leicht verletzt. Insgesamt wurden drei Personen nach Angriffen auf Beamte zum „Zwecke der Identitätsfeststellung“ vorläufig festgenommen, erklärt Stephan Klatte weiter. Anschließend seien sie wieder entlassen worden.

Zu den Auseinandersetzungen kam es vor allem, als AfD-Politiker – geschützt von mehreren Polizisten – zum Halleneingang begleitet wurden. Beim Eintreffen des ehemaligen Landeschefs der Partei, Armin-Paul Hampel, schien die Situation für einen Moment zu eskalieren: Polizisten kesselten linksautonome Aktivisten ein, dabei kam es zu Auseinandersetzungen – und den beschriebenen Verletzungen. Nach wenigen Minuten beruhigten sich dann aber beide Seiten wieder. Alle Ereignisse können Sie im Liveticker weiter unten nachlesen. Gegen kurz nach 11 Uhr löste sich die Demonstration auf.

6000 Menschen demonstrieren kreativ, bunt und friedlich

Weiter ging es gegen 13 Uhr: Für den Mittag hatte ein Bündnis von rund 60 Gruppierungen zu einer friedlichen Demonstration unter dem Motto „Kein Schritt zurück“ aufgerufen – dem folgten zeitweise bis zu 6000 Menschen. Die Route führte nach ersten Redebeiträgen vom Bahnhofsvorplatz über den Lappan zunächst zum Julius-Mosen-Platz, wo weitere Kundgebungen stattfanden. Anschließend ging es über die Peterstraße und den Pferdemarkt zurück zur Weser-Ems-Halle, wo die Abschlusskundgebung mit Wortbeiträgen diverser Initiativen folgte.

Die Demonstration erreichte dabei eine Länge, die vom Pferdemarkt über die gesamte Peterstraße bis zum Julius-Mosen-Platz reichte – selten zuvor waren wohl so viele Menschen in Oldenburg auf der Straße. Im Gegensatz zum Vormittag war die Stimmung dabei sehr entspannt. Viele Teilnehmer hatten sich zum Teil bunt gekleidet und machten mit Schildern ihre Meinung zur AfD deutlich. Zahlreiche Regenbogenflaggen prägten das Bild. In ihren Wortbeiträgen kritisierten mehrere Initiativen – ob Kirche, Ibis oder auch Mitglieder der Schwulen- und Lesbenszene – die umstrittene Partei massiv.

Lesen Sie auch: AfD-Parteitag in Oldenburg – Früherer Landeschef Armin-Paul Hampel in der Kritik

Volker Mönnich vom Lesben-und Schwulenzentrum Oldenburg, der die Demo angemeldet hatte, zeigte sich begeistert von Oldenburg: „Weil wir es geschafft haben, so ein breites Bündnis aufzubauen, das so viele Menschen mobilisieren konnte. Das ist ein klares Statement gegen die ‚Angstmacherpartei‘.“ Ebenfalls positiv fiel das Fazit der Polizei aus, die den Zug mit mehreren Hundertschaften – darunter auch aus Hannover – begleitete: „Alles ist am Nachmittag störungsfrei gelaufen.“ Es sei lediglich zu Verkehrsbehinderungen im Stadtgebiet gekommen, die sich anschließend aber schnell wieder aufgelöst hatten, so Stephan Klatte.

Warum sie auf die Straße gingen, erklären einige Teilnehmer hier: (Um die O-Töne zu hören, bitte auf das Symbol klicken)

Die Ereignisse rund um den AfD-Parteitag zum Nachlesen im Liveticker:

16:30 Uhr:
Langsam lichtet es sich auf dem Platz vor der Weser-Ems-Halle. Die letzten Reden sind gleich vorbei. Polizeisprecher Stephan Klatte zieht vorerst ein positives Fazit: „Alles ist am Nachmittag störungsfrei gelaufen.“ Zeitweise seien bis zu 6000 Menschen auf die Straße gegangen. „Während der Demonstration musste der Streckenverlauf für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden, dadurch kam es im Stadtgebiet zu Verkehrsbehinderungen, die sich jedoch nach Ende des Aufzuges schnell auflösten“, berichtet Stephan Klatte weiter. Die Polizei begleitete die Demo mit einem Großaufgebot von mehreren Hundertschaften, unter anderem auch aus Hannover.

Die Demonstration startete um kurz nach 13 Uhr am Bahnhof. (Bild: Ahlers)

Damit verabschieden wir uns soweit, vielen Dank für Ihr Interesse. Einen ausführlichen Hintergrundbericht mit Bilderstrecken und Video-Impressionen finden Sie demnächst auf NWZonline.de. Tschüss!

15:45 Uhr:
Volker Mönnich vom Lesben-und Schwulenzentrum Oldenburg hat die Demo angemeldet: „Ich bin begeistert von Oldenburg. Weil wir es geschafft haben, so ein breites Bündnis aufzubauen, das so viele Menschen mobilisieren konnte. Das ist ein klares Statement gegen die ‚Angstmacherpartei‘.“

15:30 Uhr:
Kurzes Update: Weiter ging es mit Reden von Ibis, Kirchen und anderen Initiativen. Anschließend skandierten die Teilnehmer unisono „Kein Schritt zurück, Oldenburg will keine AfD“. Das sollte auch im Innern der Weser-Ems-Halle deutlich zu hören gewesen sein. Die DJs „Elektronische Fußpflege“ legen nun auf.

Tausende Menschen haben sich auf dem Platz vor der Weser-Ems-Halle eingefunden. (Bild: Ahlers)

15:05 Uhr:
Der Demonstrationszug hat ohne Störungen die Weser-Ems-Hallen erreicht. Während im Innern der Parteitag stattfindet, geht die Kundgebung draußen mit Wortbeiträgen weiter.

14:25 Uhr:
Mittlerweile schätzt Polizeisprecher Stephan Klatte die Teilnehmerzahl auf mindestens 4000. Der Zug erstreckte sich vorhin vom Pferdemarkt über die Peterstraße bis hin zum Julius-Mosen-Platz.

14:06 Uhr:
Ein früheres Mitglied des Rettungsschiffes „Juventa“, gegen den in Italien wegen der Rettung von Flüchtlingen ermittelt wird, greift zum Mikrofon: „Wir müssen sichere Häfen schaffen.“ Die Demo zieht nun weiter.

13.58 Uhr:
Die Kundgebung beginnt mit Redebeiträgen von Mitgliedern der „Antifa11“. Die Initiative attackiert zunächst die Betreiber der Weser-Ems-Hallen für die Ausrichtung des Parteitags. Anschließend arbeiten sich die Redner an diversen AfD-Politikern ab, die ihre „antisemitische, rassistische und sexistische“ Gesinnung offen zur Schau tragen würden. Dafür gibt es viel Applaus.

13.45 Uhr:
Der Zug hat nun den Julius-Mosen-Platz erreicht und macht dort für eine Zwischenkundgebung halt. Die Stimmung ist äußerst entspannt.

13.15 Uhr:
Die Polizei gibt an: Rund 3000 Demonstranten haben sich vor dem Oldenburger Hauptbahnhof eingefunden.

13.10 Uhr:
Mit den obligatorischen Ansagen, was auf der Demo erlaubt ist und was nicht, wird der Protestzug offiziell eröffnet. Vor dem Bahnhof haben sich Tausende Menschen versammelt.

Der erste Redner macht gleich klar: „Wir zeigen Flagge gegen Rassisten, die unter dem Deckmantel der Demokratie hetzen. Wir weichen keinen Schritt zurück.“ Dafür erntet er tosenden Applaus.

11.40 Uhr:
Mittlerweile ist etwas Ruhe eingekehrt, der Großteil der Demonstranten hat sich zurückgezogen. Wir melden uns an dieser Stelle gegen 13 Uhr von der großen Demonstration vor dem Hauptbahnhof zurück. Bis gleich!

11.16 Uhr:
Per Durchsage teilt die Polizei mit, dass Personen, die offenbar Straftaten begangen haben sollen, zur Identitätsfeststellung vorläufig festgenommen wurden. Sie sollen anschließend wieder entlassen werden.

Zwei Sympathisantinnen der AfD diskutierten mit Gegendemonstranten (Bild: Christian Ahlers)

Für Aufregung sorgen zwei Frauen, die etwas Abseits mit Plakaten ihre Sympathie für die AfD kundtun. Demonstranten reden auf sie ein, Beamte reagieren schnell und begleiten sie aus dem Pulk. Derzeit sind geschätzt 150 Demonstranten und ebensoviele Polizisten vor der Halle.

11.13 Uhr:
Der Pressesprecher der Polizei beschreibt die Lage vor der Halle als ruhig. Er bestätigt, dass ein Demonstrant leicht verletzt wurde. Der AfD-Parteitag habe um 11 Uhr begonnen.

11.00 Uhr:
Als Ex-Landeschef Armin-Paul Hampel eintrifft, eskaliert die Situation für wenige Minuten. Die Polizei kesselt Demonstranten ein, offenbar gibt es nun wirklich Verletzte. Mindestens eine Person wird von Sanitätern behandelt. Ob es Festnahmen gab, ist derzeit noch unklar.

Tumulte gab es, als Ex-Landeschef Armin-Paul Hampel eintraf. (Bild: Ahlers)

10.45 Uhr:
Während die Demonstranten „Ganz Oldenburg hasst die AfD“ skandieren, werden die Lautsprecherdurchsagen der Polizei nun regelmäßiger wiederholt. Besonders wird dabei auf den „Schutz der körperlichen Unversehrtheit sämtlicher Menschen“ deutlich hingewiesen. Auch Kinder und Jugendliche befinden sich mittlerweile auf dem Platz vor der Kongresshalle, wohin sich der Großteil der Versammlung verlagert hat. Die Pfiffe durch Trillerpfeifen werden lauter.

10.31 Uhr:
Der Polizeipressesprecher teilt mit, es gebe keine Verletzten. Es handele sich wohl um eine Missverständnis. Derzeit entspannt sich die Situation, was aber auch daran liegt, dass derzeit keine AfDler in die Halle begleitet werden müssen.

10.23 Uhr:
Die Polizei verstärkt ihre Präsenz nun mit einer Reiterstaffel.

Eine Reiterstaffel verstärkt die Beamten vor der Weser-Ems-Halle. (Bild: Ahlers)

10.18 Uhr:
Die Polizei teilt mit, dass es bereits zu Verletzten auf beiden Seiten gekommen sei. „Zur Eigensicherung“ setzen die Beamten nun Helme auf. Die Stimmung heizt sich etwas auf.

10.09 Uhr:
Die Stimmung wird angespannter, immer mehr Demonstranten „begleiten“ die AfDler. Die Polizei bekommt zunehmend mehr zu tun, Rangeleien häufen sich.

(Bild: Ahlers)

Die Polizei bittet per Durchsage erneut darum, Platz zu machen. Zudem haben die Beamten mitgeteilt, nun für Beweiszwecke Film- und Fotoaufnahmen zur Verfolgung möglicher Straftaten zu machen.

9.53 Uhr:
Nachdem es vorhin wieder zu Gerangel kam, ändert die Polizei die Strategie. AfD-Politiker werden nun über eine Abkürzung in die Halle begleitet, müssen dafür aber über einen Zaun klettern.

Der Platz füllt sich mehr und mehr.

9.39 Uhr:
Bei der Ankunft eines AfD-Politikers kommt es zu ersten Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten, die jedoch nach ein paar Sekunden beigelegt sind. Je mehr AfD-Politiker ankommen, desto angespannter wird die Stimmung.

9.21 Uhr:
Der Platz füllt sich. Auch hier fordert die Polizei einen Versammlungsleiter, erkennt die Versammlung aber an.

Erste AfD-Politiker kommen an - und werden unfreundlich von den Demonstranten mit Sprechchören und Pfiffen begrüßt. Rund 10 Beamte begleiten die Politiker in die Halle.

9 Uhr:
Die Durchsage von vorhin wird wiederholt mit der Bitte, die Gruppe solle auf die Grünfläche nebenan umziehen. Ein Versammlungsleiter hat sich offenbar noch nicht gefunden. Zudem kommt der Hinweis, im Hotel neben dem Festsaal finde parallel eine Ärztetagung statt, die nichts mit der AfD zu tun habe.

Einige AfD-Gegner machten ihre Meinung auf Plakaten deutlich (Bild: Ahlers)

Direkt vor der Kongresshalle hat sich unterdessen eine weitere Gruppe von rund 20 Aktivisten versammelt, eine Hundertschaft beobachtet das Geschehen.

Der Protest formiert sich. Bild: Ahlers

8.53 Uhr:
Die Polizei agiert deeskalierend. Per Durchsage erklärt ein Beamter, dass die Gruppierung als Versammlung anerkannt wird und auch die Sprechchöre in Ordnung seien - jedoch soll ein Versammlungsleiter bestimmt und die Zufahrt geräumt werden. Bewegen tun sich die Aktivisten jedoch noch nicht.

8.45 Uhr:
Vor der Weser-Ems-Halle haben sich rund 50 Aktivisten versammelt und blockieren die Zufahrt der AfD-Politiker. Sie skandieren „Antifaschista“-Parolen und Anti-AfD-Sprechchören - aber auch Kritik an der Polizei. Diese ist mit einer Hundertschaft vor Ort, die Stimmung ist dennoch recht entspannt. Rund um die Halle stehen zahlreiche Polizei-Wagen und sichern das Areal. Immer mehr Menschen schließen sich der Kundgebung an.

8.35 Uhr:
Die Anreise zum AfD-Parteitag läuft, meldet der Pressesprecher der Polizei. Etwa 100 Demonstranten seien bisher vor Ort. Sieben Veranstaltungen sind angemeldet.

8.20 Uhr:
Dorothee Jürgensen ist schon klitschnass. Die Regionsgeschäftsführerin des DGB in Oldenburg ist seit dem frühen Morgen hier und hat mit anderen den Stand aufgebaut, auch als ein Schauer über die Stadt zog. Gerade wird die Technik eingerichtet – es soll Reden und Musik geben, um 13 Uhr will sich die Gruppe der großen Demonstration anschließen. „Wir möchten ein Zeichen gegen Rechtspopulismus setzen, wir lassen uns nicht von denen Spalten“, erklärt sie.

Dorothee Jürgensen, Regionsgeschäftsführerin des DGB (Bild: Ahlers)

8.00 Uhr:
In der Stadt ist es ruhig. Im Bahnhofsviertel haben sich bereits einige Polizei-Bullis positioniert, ebenso am ZOB.

Dort hat sich schon eine rund 15-köpfige Gruppe der Partei „Die Linke“ versammelt. Bei einer ab 7.30 Uhr geplanten Kundgebung des DGB am Berliner Platz war noch nicht viel los, heißt es hier. Über den gesamten Vormittag sind an verschiedenen Standorten Aktionen geplant. So auch am Berliner Platz vor der EWE-Arena. Hier sind ebenfalls rund 20 Teilnehmer angekommen, Ausrichter ist die DGB. Parallel findet auch eine Veranstaltung der Initiative Seebrücke statt.

Samstag, 6.00 Uhr:
Auf der Facebook-Seite „OL2710 – Kein Schritt zurück“ wurden sogenannte Aktionskarten veröffentlicht. Sie zeigen, wann wo welche Aktionen und Kundgebungen geplant sind:

Freitag, 21.35 Uhr:

Auf Facebook hat die Polizei neben einem Appell auch Tipps zum Verhalten auf den Demonstrationen veröffentlicht:

Freitag, 20 Uhr:

Im Internet haben linke Gruppen im Vorfeld des Parteitags Proteste angekündigt und auf „Trainings“ hingewiesen, bei denen „Blockade- und andere Aktionstechniken praktisch geübt“ werden sollten. Für auswärtige Demonstranten sei eine „Pennplatzbörse“ zur Vermittlung von Schlafplätzen eingerichtet worden.

Die Polizei veröffentlichte am Freitag präventiv einen Appell auf Facebook: „Demonstrationen sind immer mit Emotionen verbunden. Aber eine Eskalation in Gewalt kann in einer Demokratie nicht toleriert werden.“

Christian Ahlers
Redakteur
Online-Redaktion
Tel:
0441 9988 2159

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.